Laura ist weg! Ein deutsches Mädchen verschwindet in Griechenland.
Drama um Laura (16)Deutsche Teenagerin nach Flug von Athen wie vom Erdboden verschluckt

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Polizei-Blaulicht und „Vermisst“-Schriftzug.
Ein Vermisstenfall, der ganz Griechenland in Atem hält. Seit Wochen sorgt das Schicksal einer Deutschen für Wirbel. Die 16-jährige Laura Lomtew (manchmal auch Lora geschrieben) ist weg. Am 8. Januar verließ sie frühmorgens ihr Zuhause bei Patras auf der Halbinsel Peloponnes. Die Aufklärung dieses rätselhaften Falls gestaltet sich zäh, auch weil die Lufthansa sich anfangs querstellte und die Kooperation mit den Ermittlern in Griechenland verweigerte.
Ermittlungen ergaben: An dem Tag, als sie verschwand, war Laura nicht in der Schule. Sie nahm sich stattdessen ein Taxi für die 220 Kilometer lange Fahrt nach Athen. In der Hauptstadt kaufte die Jugendliche, die 1,60 Meter misst und kaum 50 Kilogramm wiegt, ein Ticket für den Lufthansa-Flug LH1283 mit Ziel Frankfurt am Main. Das berichtet „FOCUS online“.
Aber ist Laura, die mit ihren rotblonden Haaren und blauen Augen in Griechenland sofort auffällt, überhaupt in die Maschine gestiegen? Oder war die Buchung nur eine Finte? Zum großen Frust der Ermittler hüllte sich die Lufthansa in Schweigen. Solange es keine Gewissheit gab, dass Laura wirklich im Flugzeug saß, mussten die griechischen Beamten im ganzen Land weiter nach ihr fahnden.
Erst Tage später die Wende! Eine Sprecherin der Polizei verkündete am Dienstag im Sender Action 24: „Heute, vor kurzer Zeit, hat das Unternehmen endlich offiziell geantwortet, dass das Mädchen mit dieser Airline ins Ausland reiste – nach fünf offiziellen Anfragen der griechischen Polizei, die seit dem 12. Januar eingereicht wurden.“ Die Beamtin war stinksauer und kritisierte, dass die Lufthansa selbst die Warnung, das Leben der Jugendlichen könnte in Gefahr sein, ignoriert habe.
Und selbst die späte Antwort war extrem kurz angebunden: „Laura reiste allein mit Flug LH1283/08JAN26. Weitere Details liegen uns nicht vor.“ Ein krasser Gegensatz zu anderen Airlines, die bei Anfragen der Polizei viel zügiger reagierten.
Die Begründung der Lufthansa: Datenschutz. Doch dem steht das griechische Gesetz entgegen, das in solchen Situationen eine Pflicht zur Auskunft vorschreibt. Die Polizeisprecherin erklärte, die Fluggesellschaft habe erst die griechische Pflicht zur Auskunft gegen die Datenschutzregeln abwägen wollen. Und das hat gedauert.
Von der deutschen Polizei war in der Sache keine Hilfe zu erwarten. Der Grund: Innerhalb des Schengen-Raums gibt es bei der Einreise nach Deutschland keine flächendeckenden Kontrollen. Und die Videos von Überwachungskameras an den Flughäfen werden zu schnell gelöscht, um sie Wochen danach noch auswerten zu können.
Erst als die Bestätigung der Lufthansa vorlag, übergab die griechische Polizei den Fall an ihre deutschen Kollegen. Bislang gibt es von den Beamten in beiden Ländern keine neuen Erkenntnisse. Griechische Medien spekulieren derweil wild, weshalb Laura anscheinend allein aus Griechenland abgehauen ist. Doch die Berichte sind mit Vorsicht zu genießen, da oft unklar bleibt, was Fakt und was Fiktion ist.
Lauras Mitschülerinnen malen in den Medien Griechenlands das Bild eines extrem strengen Vaters. Es gibt den Verdacht, dass sie psychisch unter Druck gesetzt wurde. Handfeste Beweise dafür fehlen aber bisher.
Ziemlich merkwürdig ist auch, dass der Vater, der ursprünglich aus der Sowjetunion kommt, Deutschland im Jahr 2022 überstürzt verlassen hat. Griechische Reporter berichten, er habe nach Beginn des Ukraine-Krieges in Deutschland gesagt, er wolle in die Ukraine, um dort Unterstützung zu leisten oder zu kämpfen.
Die Immobilie der Familie in Hamburg kam im Oktober 2022 auf den Markt, wurde aber erst im Sommer 2025 veräußert. Völlig unklar ist, warum der Vater bereits 2022 ein Haus für etwa 300.000 Euro im ländlichen Patras erwarb, obwohl er weder Griechisch noch Englisch sprach. Auch die Herkunft des Geldes ist ein Rätsel.
Laura hatte anscheinend Schwierigkeiten, in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen. Eine Mitschülerin berichtet: „Sie sprach rudimentäres Englisch und Griechisch. Das heißt, sie konnte Englisch, aber manchmal konnte sie sich nicht richtig ausdrücken“.
Die Klassenkameradin erinnert sich an ein Gespräch: „Ich erinnere mich, dass ich sie fragte: ‚Wenn du kein Griechisch sprichst, warum bist du dann nach Patras und auf eine griechische Schule gekommen?‘“. Lauras Antwort darauf war alarmierend. Die Familie sei absichtlich nicht nach Athen gezogen, da es zu zentral sei. Das Online-Portal „Parapolitika“ zitiert die Mitschülerin mit den Worten: „Sie waren nach Patras gekommen, um schwerer auffindbar zu sein“.
Ein weiteres seltsames Detail: Der Vater war in Hamburg als Allgemeinmediziner mit eigener Praxis tätig, die er 2022 Knall auf Fall aufgab.
Die griechischen Behörden geben offiziell an, die deutschen Kollegen „innerhalb der ersten 48 Stunden des Verschwindens“, ergo bis zum 10. Januar 2026, über Lauras Verschwinden und die Anzeige der Eltern in Kenntnis gesetzt zu haben. Die Meldung sei offiziell über Europol gelaufen. Man erklärte: „Wir können nicht in die Ermittlungsarbeit einer ausländischen Polizei eingreifen“. Die griechische Seite geht davon aus, bei einem Fund informiert zu werden. Bisher steht Laura aber weiterhin auf der öffentlichen Fahndungsliste für vermisste Minderjährige in Griechenland.
Auf Anfrage von FOCUS online bestätigte die Hamburger Polizei, Lauras letzter Wohnort in Deutschland, dass sie Mitte Januar vom Bundeskriminalamt kontaktiert wurde. Die griechischen Behörden hatten über diesen Weg über den Vermisstenfall informiert. Ein Polizeikommissariat in Hamburg überprüfte daraufhin die Adresse eines möglichen Verwandten der 16-Jährigen, fand aber keine Hinweise auf ihren Aufenthaltsort.
Eine schreckliche Befürchtung hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Eine Suchmeldung, die am 13. Januar auf der Facebook-Seite von „Deutschland findet euch“ erschien, sprach von Videos. Darauf sei Laura mit einem „unbekannten Mann (ca. 60 Jahre alt) und einem weiteren Mädchen“ zu sehen. Doch die griechischen Ermittler klärten auf: Laura hatte den beiden nur ihr Handy verkauft. Offenbar wollte sie gezielt ihre Spuren verwischen und schaltete deshalb auch all ihre Social-Media-Profile ab.
Die Initiative „Vermisste Kinder“ macht auf Facebook auf das Schicksal aufmerksam und bittet um Mithilfe: „Habt ihr Lora gesehen oder habt Informationen? Bitte wendet euch umgehend an die europäische Hotline für vermisste Kinder: 116 000, jede Polizeidienststelle in Griechenland oder Deutschland.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

