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Vettel-Rekord futschMercedes-Bubi schreibt Formel-1-Geschichte

Kimi Antonelli schreibt Formel-1-Geschichte. Er ist nun der jüngste Pole-Setter der Königsklasse und hat Sebastian Vettel abgelöst.

Als Rekordmann Kimi Antonelli Formel-1-Geschichte schrieb, schien ihm das kaum bewusst zu sein. Die Glückwünsche seiner Konkurrenten nahm er ein wenig schüchtern, fast beiläufig entgegen, im Interview ging der Italiener direkt zur Analyse über.

Seine Runde, mit der er zum jüngsten Pole-Setter in der Historie geworden war, sei „sauber“ und „ohne Fehler gewesen“, sagte Antonelli, der Sebastian Vettel vom Thron gestoßen hatte.

Kimi Antonelli schnappt sich die China-Pole

Der Heppenheimer war in Monza 2008 21 Jahre, zwei Monate und elf Tage alt gewesen, als er erstmals auf die Pole Position fuhr. Antonelli pulverisierte diese Bestmarke am Samstag förmlich. Im Qualifying von Shanghai war er 19 Jahre, sechs Monate und 17 Tage alt. Dass sein bislang überragender Mercedes-Teamkollege George Russell von technischen Problemen gestoppt wurde und daher lange nur zusehen konnte? Geschenkt!

Hinter Antonelli, der sich bereits in Miami 2025 eine Sprint-Pole gesichert hatte, betrieb Russell als Zweiter „Schadensbegrenzung“, wie er sagte. Der Engländer, Sieger des Auftaktrennens in Australien und des Sprints in China, hatte im dritten Teil des Qualifyings lange nicht fahren können. Mit seiner einzigen Runde kurz vor Schluss holte er den zweiten Platz.

Dahinter fuhren Lewis Hamilton (England) und Charles Leclerc (Monaco) im Ferrari auf die Ränge drei und vier. Nico Hülkenberg (Emmerich/Audi) sicherte sich fürs Rennen am Sonntag (8 Uhr MEZ/Sky) den elften Startplatz, der frustrierte Ex-Weltmeister Max Verstappen (Niederlande/Red Bull) den achten.

Im Mittelpunkt aber stand Antonelli, der seit 2025 in der Formel 1 fährt und bei Mercedes in die größtmöglichen Fußstapfen getreten ist: Er übernahm das Cockpit des Rekordweltmeisters Hamilton, der wie kein Zweiter für die Erfolge der Silberpfeile im vergangenen Jahrzehnt steht.

Damals war Antonelli 18, dem Italiener gelang längst nicht alles. Dennoch hielt Teamchef Toto Wolff an ihm fest, stärkte den jungen Mann immer wieder. „Jetzt sieht man es ja“, sagte Wolff bei Sky voller Stolz: „Er beginnt, richtig Performance zu zeigen.“

Bislang wirkte es so, als sei Russell der schnellere Fahrer bei den Silberpfeilen und damit automatisch auch Topfavorit auf den Weltmeistertitel. Denn Mercedes ist unter dem neuen Reglement allen anderen Teams überlegen, das haben sämtliche Sessions seit den Testfahrten im Vorfeld der Saison bewiesen. Nun könnte Antonelli zum echten Konkurrenten werden.

Welchen weiteren Verlauf dieses turbulente Formel-1-Jahr nimmt, ist derzeit noch unklar. Nach dem Großen Preis von China geht es nach Japan (29. März), doch hinter den folgenden Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) stehen riesige Fragezeichen. Sky und RTL/ntv berichteten bereits, dass die beiden Läufe wegen des Kriegs im Iran ausfallen.

Die Sicherheit für den riesigen Formel-1-Zirkus sei nicht gewährleistet, und alternative Pläne lassen sich in der Kürze der Zeit nicht umsetzen. Eine Bestätigung gab es noch nicht – dies ist wohl aber nur eine Frage der Zeit.

Lewis Hamilton schaut sich den Mercedes-Boliden in der Boxengasse aus der Nähe an.

Ferrari-Star schäumt

Hamilton klagt Mercedes wegen Motor-Doping an