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Michael SchumacherArzt bricht nach vielen Jahren sein Schweigen

Der Skiunfall von Michael Schumacher bewegte Ende 2013 die Welt. Nun hat sich Professor Stephan Chabardès geäußert, der die Motorsport-Legende damals im Krankenhaus in Grenoble behandelte.

Er war einer der Ersten, die sich nach dem folgenschweren Skiunfall am 29. Dezember 2013 im Krankenhaus in Grenoble um Motorsport-Legende Michael Schumacher (57) kümmerten, doch mit einer ausführlichen Einschätzung zur dramatischen Lage hat sich Professor Stephan Chabardès viele Jahre Zeit gelassen.

Erst in einer Reportage der französischen Sport-Tageszeitung „L'Équipe“ vom 27. Mai 2026 hat sich der Neurochirurg nun über den damaligen Ausnahmezustand im Universitätsklinikum geäußert. Dort war Schumacher nach dem Sturz in den französischen Alpen für viele Monate behandelt worden.

Michael Schumacher lange in Grenoble behandelt

Am Tag nach der Einlieferung Schumachers war Charbardés Teil einer Delegation des Krankenhauses, das auf einer ersten Pressekonferenz über den Stand der Dinge informierte, doch seine neuen Angaben gehen weit über die damalige rein medizinische öffentliche Kommunikation hinaus.

Chabardès hatte für den Jahreswechsel eigentlich einen Urlaub geplant und den letzten Arbeitstag im Jahr 2013 eigentlich schon zu guten Teilen hinter sich gebracht, als er in die Notaufnahme gerufen wurde. Es war der Moment, der auch für ihn alles verändern sollte.

„Als ich mich über den Patienten beuge, der noch in seinem Skianzug steckt, erkenne ich Michael Schumacher. Da dachte ich: Oha, der Tag wird kompliziert“, verriet er seinen ersten Gedanken, der sich traurigerweise bestätigen sollte.

Noch im Laufe des Unfalltages erhielt der Neurologie-Spezialist immer wieder hochrangigen Besuch, während die Zahl der wartenden Journalisten vor den Krankenhaustüren stündlich wuchs.

Auch Schumacher-Managerin Sabine Kehm (61) war schnell vor Ort und warnte die Mitarbeiter des Krankenhauses vor einer Entwicklung, die so wohl niemand zuvor erlebt hatte. „Gleich zu Beginn warnt sie mich, dass dieser eingelieferte Patient einen medialen Tsunami auslösen werde und wir sehr vorsichtig sein müssten“, so Charbardès.

Der Präfekt der Region befürchtete sogar noch Schlimmeres, erinnerte sich Chabardès: „In dem kleinen Raum neben dem OP sagte mir der Präfekt, er habe große Sorge, dass Tausende Menschen vor dem Krankenhaus auftauchen.“ 

In all dem Trubel innerhalb und außerhalb der Klinik versuchten Chabardès und weitere hochrangige Mediziner aus Grenoble die Ruhe zu bewahren. Um den blitzschnell auftauchenden Falschinformationen und Gerüchten im Internet vorzubeugen, gab es in enger Abstimmung noch am Abend erste spärliche Informationen für die Öffentlichkeit, die am Folgetag auf der Pressekonferenz dann weiter präzisiert werden.

Viel konkreter wurden die Auskünfte allerdings in all den Jahren nicht. Eine Netflix-Doku brachte 2021 zumindest in Ansätzen Klarheit über den Zustand von Michael Schumacher. Ehefrau Corinna (57) gab einen Einblick in Schumis Leben, abgeschottet auf dem Anwesen am Genfer See.

„Wir leben zusammen zu Hause. Wir machen eine Therapie. Wir tun alles, was wir können, damit es Michael besser geht, damit er sich wohlfühlt und damit er einfach unsere Familie, unsere Verbundenheit spürt“, verriet Corinna.

Sohn Mick (27) bedauerte in der Doku, dass die Kommunikation mit seinem Vater bei weitem nicht so möglich sei, wie er es sich wünschen würde: „Ich glaube, dass Papa und ich uns jetzt in einer anderen Weise verstehen würden. Einfach, weil wir jetzt in einer ähnlichen Sprache sprechen. In der Motorsportsprache. Ich würde alles aufgeben, nur für das.“

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