Die Torwart-Frage bei der EM: Gislasons Schachzug sorgt für mächtig Gesprächsstoff.
Heiße Handball-DiskussionWarum kam Torwart Wolff erst so spät ins Spiel?
Im wichtigen EM-Duell gegen Dänemark (26:31) saß Deutschlands Torwart-Held Andreas Wolff unerwartet nur auf der Bank. Bundestrainer Alfred Gislason gab stattdessen David Späth den Vorzug – ein Schachzug, der rund um das vorletzte Hauptrundenspiel intensiv diskutiert wurde.
Gislason rechtfertigte seine Maßnahme nach der Partie. „Es war einfach so, dass wir abgesprochen haben, dass David jetzt spielt gegen Dänemark“, so die Erklärung des Isländers.
Gislason erklärt Gründe für Wolffs Platz auf der Bank
Er nannte dafür zwei Hauptargumente: Wolff habe in der Vergangenheit „oft nicht gut gespielt gegen Dänemark“, während Späth bei den gefährlichen Distanzwürfen der Gegner seine Stärken habe. Außerdem sei es nötig, die Kräfte zu schonen, weil Wolff in letzter Zeit „viel gespielt“ habe. Das berichtet „SPORT1“.
Bereits vor dem Anpfiff hatte Gislason im ARD-Interview klargestellt, dass beide Torhüter „überragend funktionieren“ und es keine feste Rangfolge gäbe. Die Fachleute waren sich jedoch uneinig.
So erkannte Experte Dominik Klein einen Pluspunkt in der emotionalen Art von Späth, welche „den Unterschied machen“ könne. Im Gegensatz dazu wird Wolffs Klasse bei Würfen aus kurzer Distanz als unbestritten angesehen.
Handball-Ikone Stefan Kretzschmar äußerte sich bei Dyn zunächst ebenfalls verständnisvoll über die Umstellung. „Man kann es machen“, so seine Meinung, wobei er hervorhob, dass Späth zu Deutschlands 18 besten Akteuren zähle.
Und Späth fand tatsächlich gut ins Match, verbuchte am Ende neun gehaltene Bälle bei einer Fangquote von 26 Prozent. Kretzschmars positives Urteil: „Ich finde, er ist gut ins Spiel gekommen.“
Die deutsche Mannschaft konnte bis zur 39. Minute hervorragend mithalten, aber eine doppelte Unterzahl ließ die Dänen dann enteilen. Johannes Bitter verlangte in der ARD in diesem Moment energisch eine Auswechslung: „Wir haben hier nur eine Chance, wenn wir Andi ein paar Minuten geben.“ Der Bundestrainer wartete jedoch ab.
Wolff kam erst, als es fast zu spät war
Als Wolff schließlich für die letzten sieben Minuten eingewechselt wurde, war die Begegnung im Grunde schon gelaufen. Kretzschmar gab zu bedenken: „Ihn jetzt in eine Schlussphase gegen Dänemark zu schicken, die deutlich werden wird, ist psychologisch nicht die beste Idee.“
Dennoch zeigte er sich im Nachhinein froh, dass Wolff „wenigstens noch drei, vier Bälle gehalten hat“, was für die Moral vor dem Duell mit Frankreich von Bedeutung sei.
Die Grundlage der Diskussionen wird nachvollziehbarer, wenn man auf Wolffs Performance gegen Norwegen zurückblickt. Dort brillierte er mit einer sensationellen Vorstellung von 22 Paraden (44 Prozent) und avancierte so zum klaren Man of the Match beim 30:28-Erfolg. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.


