Drei neue Spieler reisen an Corona-Chaos bei Handball-EM: Deutschland beantragt Verlegung des Spanien-Spiels 

Christoph Steinert von Deutschland beim Wurf gegen Polen.

Gegen Polen war Christoph Steinert am 18. Januar 2022 noch mit neun Treffern der erfolgreichste deutsche Schütze. Nun ist auch er nach einer Corona-Infektion raus aus der EM.

Die deutschen Handballer sind bei der EM von weiteren Corona-Ausfällen betroffen. Damit steht Alfred Gislason im ersten Hauptrundenspiel gegen Spanien nur ein Rumpfkader zur Verfügung.

Am Tag nach dem großen Jubel über den überraschend deutlichen Sieg gegen Polen schlug Omikron erneut gnadenlos zu und stellte die gesamte deutsche EM-Mission infrage. Beim freiwilligen Training der deutschen Handball-Nationalmannschaft am Mittwoch (19. Januar 2022) in Bratislava waren nur zwölf der 16 Spieler dabei.

Drei weitere Spieler haben sich mit Corona infiziert – die personelle Lage im Team nimmt vor dem Auftakt in die Hauptrunde dramatische Züge an. Bundestrainer Alfred Gislason (62) stehen vor dem Duell mit Titelverteidiger Spanien zum Auftakt der Hauptrunde an diesem Donnerstag (18 Uhr/ARD) nur 13 Spieler zur Verfügung. Auch ein Mitglied des Funktionsteams wurde positiv getestet.

Oder wird die Begegnung gar verschoben? Der Deutsche Handballbund (DHB) hat bei der Europäischen Handballföderation (EHF) beantragt, das Spiel gegen Spanien auf Samstag oder Montag zu verlegen. Auch ein kompletter Rückzug der deutschen Mannschaft vom Turnier bei weiteren Coronafällen ist noch nicht vom Tisch.

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„Die Situation ist dynamisch. Es kann durchaus sein, dass wir am morgigen Tag wieder eine andere Entscheidung treffen“, sagte der DHB-Vorsitzende Mark Schober am späten Mittwochabend in Bratislava. „Wir lassen von der Europäischen Handballföderation prüfen, zu welchen Bedingungen ein Rückzug zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist.“

Corona-Lage: Handball-Liga konferierte mit dem DHB

Die Rückraumspieler Sebastian Heymann (23), Djibril M’Bengue (29) und Christoph Steinert (32) sind die nächsten Akteure, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden und nun in Isolation sind. Gerade der Ausfall von Steinert trifft das Team hart. Mit 17 Toren ist er bisher der erfolgreichste Werfer.

Nach den neuen Coronafällen von Mittwoch werden die Rückraumspieler Lukas Stutzke und David Schmidt sowie Rechtsaußen Tobias Reichmann zum Team stoßen. Elf der ursprünglich 17 für die EM nominierten Spieler fallen mittlerweile aus - dazu noch der nachträglich berufene Hendrik Wagner. Durch die bisherigen Nachnominierungen befinden sich momentan insgesamt 25 DHB-Spieler in Bratislava

Mit Christoph Steinert fällt der bisher erfolgreichste EM-Spieler aus

„Wir haben intensiv mit den Spielern, Delegationsmitgliedern, den HBL- und EHF-Vertretern diskutiert. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir es verantworten können, im Turnier zu verbleiben. Wir haben größten Respekt vor allen Delegationsmitgliedern“, sagte Schober. Klar ist, dass die Geduld bei vielen am Ende ist.

Deshalb wurde am Mittwochabend konferiert. „Das ist das, was wir am meisten gefürchtet hatten - aber durchaus auch das, womit man rechnen musste“, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker (62). „Es macht natürlich keinen Sinn, jeden Tag drei bis fünf Spieler aus der Bundesliga nachzunominieren, wenn neue Fälle auftreten“, sagte Schwenker.

Am Vormittag hatte sich der Deutsche Handball-Bund noch über die Ankunft der beiden Nachrücker Patrick Zieker (28) und Daniel Rebmann (28) gefreut, kurz danach gab es die nächsten Hiobsbotschaften nach Auswertung der PCR-Tests. 

Den Mittwoch hatten die deutschen Handballer zunächst wieder isoliert auf ihren Einzelzimmern verbracht – dabei immer der bange Blick aufs Handy. „Das ist die spannendste Zeit des Tages, das Warten auf die Resultate des Covid-Tests“, sagte der Bundestrainer. „Es ist eine sehr absurde Situation gerade“.

Alfred Gislason: „Hoffentlich reisen wir nicht mit einem 50er-Kader nach Hause“

Die Sorgen vor neuen Infektionen sind allgegenwärtig. Gislason zeigte sich „weiter optimistisch, dass wir die Situationen mit dem Team managen können.“ Der Bundestrainer hofft inständig, „dass es nicht so enden wird, dass wir mit einem 50er-Kader nach Hause reisen.“ (msw)

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