Ein echter Handball-Krimi zum Hauptrunden-Start! Die deutschen Handballer haben bei der EM ihr erstes Hauptrundenspiel gewonnen.
Kapitän sieht RotDeutschland startet mit Krimi-Sieg in die Todesgruppe

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Miro Schluroff war gegen Portugal bester deutscher Werfer.
Aktualisiert
Hart umkämpfter Start in die hammerharte Hauptrunde! Die deutschen Handballer haben bei der EM das erste Hauptrunden-Spiel gegen Portugal knapp mit 32:30 gewonnen. Im Vergleich zum überzeugenden Sieg gegen Spanien war es diesmal eine durchwachsene Leistung.
Die DHB-Stars leisteten sich gegen die Portugiesen, die in der Vorrunde überraschend Top-Favorit Dänemark geschlagen hatten, im Offensivspiel zu viele Fehler. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason konnte sich in der ersten Halbzeit vor allem bei Torhüter Andreas Wolff bedanken, der sein Team mit einigen Glanzparaden im Spiel hielt.
Miro Schluroff dreht in der zweiten Halbzeit auf
Auch in der zweiten Halbzeit blieb es ein Auf und Ab. Die deutschen Rückraum-Asse um Renars Uscins und Juri Knorr kamen nicht so recht ins Spiel, dafür drehte Miro Schluroff auf. Der Halblinke erzielte alle seine sieben Treffer in der zweiten Halbzeit.
In der Schlussphase musste Deutschland auf seinen Kapitän Johannes Golla verzichten, der in der 53. Minute nach Videobeweis eine Rote Karte sah.
Am Ende reichte es trotzdem. In der Todesgruppe, in der die weiteren Gegner Dänemark, Frankreich und Norwegen heißen, hat Deutschland weiterhin die optimale Punktzahl, steht nun bei 4:0 Zählern. Nur die besten zwei Teams der Hauptrundengruppe erreichen das Halbfinale.
Wolff hatte vor der Partie gegen die Südwesteuropäer gewarnt, die zum Vorrundenabschluss dem Olympiasieger Dänemark beim 31:29 die erste Niederlage in Herning seit zwölf Jahren zugefügt hatten, vor allem vor den „alles überragenden“ Costa-Brüdern Francisco und Martim. Kreisläufer Justus Fischer nannte den Gegner ein „ganz schönes Brett. Aber wenn man das Turnier gewinnen möchte, muss man jedes Team schlagen.“
Das deutsche Team benötigte eine gewisse Anlaufzeit. Zwar hatte die Abwehr die Costa-Brüder, die bei Portugals EM-Coup gegen die Dänen zu zweit 18 der 31 Treffer erzielt hatten, in der ersten Halbzeit gut im Griff. Weil Spielmacher Juri Knorr und seinen Mitspielern vorne zunächst aber wenig gelang, bestimmte Portugal die Anfangsphase.
„Ihr Spiel lebt nur von unseren technischen Fehlern. Es ist nichts passiert“, beruhigte Gislason seine Mannschaft in einer Auszeit beim Stand von 4:6 (13.): „Lasst den Ball laufen.“
Deutschland steigerte sich von Minute zu Minute. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem in dieser Phase überragenden Wolff ließ nun kaum noch etwas zu, zudem gelangen wichtige Tore über den Gegenstoß. Und so verwandelte die DHB-Auswahl einen 6:8-Rückstand dank zehn Minuten ohne Gegentor und einer Wolff-Fangquote von 47 Prozent in eine 10:8. Erneute Unkonzentriertheiten kosteten allerdings die Pausenführung.
„Wir machen kein gutes Spiel, wir kommen nicht gut rein, machen zu viele technische Fehler“, monierte Nationalmannschaftsmanager Benjamin Chatton am ARD-Mikrofon: „Wir können froh sein, dass es 11:11 steht.“
Das deutsche Team steigerte sich nach der Pause auch offensiv. Vor allem die Einwechslung von Schluroff erwies sich als Glücksgriff und belebte das Angriffsspiel spürbar. Gleich fünf Treffer gelangen dem Gummersbacher Rückraumspieler bis zur 45. Minute, Deutschland führte 21:20. „Wir müssen einfach unser Ding durchziehen. Die schreien die ganze Zeit, hinten wie vorne. Unsere Abwehr ist überragend“, rief Gislason seinen Spielern zu.
Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. „Wir ziehen das jetzt durch“, brüllte Gislason in der 55. Minute beim Stand von 26:25. Sein Team gehorchte. (are/sid)

