Keine großen Feste, späte Anstoßzeiten – müssen Fußball-Begeisterte die WM alleine auf dem Sofa gucken?
WM-Frust für FansGroße Städte in NRW sagen Public Viewing für die WM ab

Copyright: Christoph Soeder/dpa
In vielen Großstädten sind keine Großveranstaltungen zur WM geplant. (Archivbild)
WM 2026: Riesen-Enttäuschung für Fans! Darum fällt Public Viewing in Köln und NRW wohl ins Wasser. Ein Dämpfer für die Vorfreude aller Fußball-Anhänger in Köln und Umgebung: Im Gegensatz zur Euro 2024 im eigenen Land wird es zur WM 2026 wohl keine von den Städten organisierten Public-Viewing-Events geben. Dies ist das Resultat einer Befragung der „Deutschen Presse-Agentur“ in den zehn bevölkerungsreichsten Städten von NRW.
Aus Dortmund verlautet zwar, dass noch nichts entschieden sei und bis zum WM-Start 2026 ja noch etwas Zeit vergeht. Doch die Hoffnung vieler Fans ruht daher hauptsächlich auf den Kneipen und Restaurants, für die das Turnier laut Verbandsaussagen durchaus eine Rolle spielt.
Party-Bremse: Spätes Anstoßen
Das Hauptproblem bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist der gewaltige zeitliche Versatz. Viele Partien werden erst tief in der Nacht ausgestrahlt. „Public Viewing wird in der Regel von privaten Veranstaltern organisiert und von den Behörden genehmigt. Eigene Großveranstaltungen der Städte sind eher die Ausnahme. Wir gehen davon aus, dass es auch bei dieser WM so bleibt“, äußerte sich Christian Schuchardt, der Geschäftsführer des Städtetages NRW, laut dpa.

Copyright: picture alliance / dpa
Jubelnde Fans. (Archivbild)
Die deutsche Elf hat bei ihren drei Vorrundenspielen noch vergleichsweise Glück: Anpfiff ist einmal um 19.00 Uhr und zweimal um 22.00 Uhr. Viele andere Begegnungen der Gruppenphase starten jedoch erst nach Mitternacht hiesiger Zeit. Das große Finale der Weltmeisterschaft am 19. Juli steigt dann um 21.00 Uhr deutscher Zeit.
Fußball-Jubel gegen Nachtruhe
Und genau das ist der Knackpunkt. „Die bisherigen Ausnahmen bei der Nachtruhe – meist bis 24 Uhr oder 1 Uhr – stoßen hier an Grenzen. Deshalb kommt es stärker auf Einzelfallentscheidungen vor Ort an“, erläuterte Schuchardt. Bei der Erteilung von Genehmigungen sind Sicherheitsaspekte entscheidend. Die Kommunen müssen genau prüfen, ob und mit welchen Auflagen ein Event machbar ist.

Copyright: picture alliance / ZB
Die Fanmeilen waren 2014 große Anziehungspunkte für Fans. (Archivbild)
Der Branchenverband Dehoga NRW geht zwar davon aus, dass Kneipen und Restaurants etwas für die Fans auf die Beine stellen werden. Aber jeder Wirt muss selbst kalkulieren, ob sich die Investition in Technik und Personal rechnet. Ein Sprecher des Verbands macht deutlich: Der wirtschaftliche Erfolg des Turniers für die Gaststätten hängt maßgeblich am Abschneiden des DFB-Teams. Kommt die Mannschaft weit, klingelt die Kasse.
Gerade im Sommer ist das Geschäft draußen, etwa in den Kölner Biergärten, extrem wichtig. Doch gerade hier werden die strengen Vorschriften zum Lärmschutz für die Betreiber oft zum Problem.

Copyright: Federico Gambarini/dpa
Die Außengastronomie ist im Sommer ein großes Thema. (Archivbild)
Duisburg prescht vor – Köln hält sich zurück
Das Immissionsschutzgesetz in NRW schreibt klar eine Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr vor. Städte und Gemeinden können zwar Sondergenehmigungen beantragen, müssen dabei aber immer die Anwohner im Blick haben. Wie die dpa berichtet, wird mit einem landesweiten Erlass zu diesem Thema gerechnet, der auf Erfahrungen basiert.
Die aktuelle Lage verdeutlicht die enorme Zurückhaltung: In Köln sind bis zur Vorwoche keinerlei Gesuche für gemeinsames Fußballschauen eingegangen – weder für öffentliche Plätze noch für private Flächen. Ähnlich mau sieht es in Düsseldorf, Essen, Münster und Bielefeld aus. Ein kleiner Lichtblick kommt aus Duisburg: Dort haben immerhin schon neun Wirte und Biergarten-Betreiber Anträge für kleinere Events gestellt.

Copyright: Oliver Berg/dpa
Die Ordnungsämter stellen sich auf den Spielplan ein. (Symbolbild)
Obwohl noch fast nichts feststeht, laufen beim Kölner Ordnungsamt schon die Vorbereitungen. Man analysiert den Spielplan, um zu klären, „wie, wo und zu welchen Partien der Außendienst schwerpunktmäßig eingesetzt werden muss.“ In Düsseldorf sieht es vergleichbar aus. Eine Stadtsprecherin gab zu bedenken: „Die Erfahrungen der letzten Meisterschaften zeigen aber, dass sich die Dynamik solcher Wettbewerbe Jahr für Jahr unterscheidet.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
