Giro: Massensturz sorgt für Wut und einen Heimsieg.
„Sie haben uns stürzen sehen“Deutscher Rad-Profi wütend nach schwerem Massensturz beim Giro

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Der Giro rollte am Donnerstag nach Neapel.
Ein dramatischer Sturz vieler Fahrer kurz vor dem Ziel hat den Ausgang des Sprints auf dem sechsten Teilstück des Giro d'Italia bestimmt. Das Chaos überschattete das Rennen, brachte den Veranstaltern aber den langersehnten ersten Erfolg eines heimischen Athleten. Der Italiener Davide Ballerini zog aus dem Unglück seiner Rivalen auf dem Pflaster von Neapel seinen Vorteil und sicherte sich den Etappensieg vor Jasper Stuyven aus Belgien und dem Franzosen Paul Magnier.
Lediglich einige hundert Meter trennten die Fahrer von der Ziellinie, als der niederländische Sprint-Spezialist Dylan Groenewegen stürzte und etwa zwölf weitere Konkurrenten mit sich riss. In diesem Durcheinander behielt Ballerini die Nerven und holte den ersten Tagessieg für Italien bei der aktuellen Rundfahrt. Die Tour ist schon seit ihrem Beginn von zahlreichen Unfällen gezeichnet.
Deutscher Rad-Star wütend: „Sie haben uns stürzen sehen“
Im Anschluss an das Rennen äußerte sich der deutsche Profi Pascal Ackermann mit scharfer Kritik an der riskanten Kursgestaltung.
„Die Zielkurve war leicht nass. Eigentlich wussten wir vorher schon zu 70:30 Prozent, dass wir nicht durchkommen. Das Spektakel ist wieder da, sie haben uns stürzen sehen. Ich weiß nicht, ob es das braucht“, so seine Anklage in Richtung der Veranstalter.
Auch Nico Denz kracht auf den Kopf
Dieser Vorfall war jedoch nicht der einzige schwere Sturz des Tages. Schon früher im Rennen traf es den dreifachen Giro-Etappengewinner Nico Denz (32). Der Fahrer des Teams Red-Bull stürzte etwa 100 Kilometer vor der Ankunft in einer Rechtskurve und schlug dabei mit dem Kopf auf.
Zunächst wirkte er so benommen, dass ein Weitermachen unmöglich schien. Aber der für seine enorme Willensstärke berühmte Profi stieg wieder auf sein Rad und schloss die Lücke zum Hauptfeld – eine unglaubliche Energieleistung!

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Jonas Vingegaard (2.v.l) ist ab Freitag in den Bergen gefordert.
Jetzt wartet der legendäre Blockhaus
Im Gesamtklassement liegt nach wie vor Afonso Eulalio aus Portugal an der Spitze. Sein Auftritt im Rosa Trikot findet aber möglicherweise am Freitag ein Ende, denn dann führt die siebte Etappe zum berühmten Blockhaus hinauf. Über eine Distanz von 13,6 Kilometern müssen die Fahrer einen Anstieg mit durchschnittlich 8,4 Prozent Steigung bewältigen. Dies wird die erste große Bewährungsprobe für den Top-Favoriten Jonas Vingegaard. Der dänische Doppel-Champion der Tour de France agierte bisher eher abwartend und konnte sich so aus allen Crashs heraushalten. (dpa/red)
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