Wenn sich Derby-Emotionen nach Schlusspfiff entladen: Nach dem spanischen Zweitliga-Duell zwischen Sporting Gijón und Real Oviedo ging es auf dem Rasen und auf den Rängen hitzig zu.
Halbherzige EntschuldigungSchläge gegen Torwart, Fan wirft mit Schuh: Zweitliga-Derby eskaliert

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Nach dem Asturien-Derby zwischen Sporting Gijón und Real Oviedo kommt es am Samstag (16. April 2022) auf dem Rasen zu Auseinandersetzungen zwischen den Spielern beider Mannschaften.
Das Asturien-Derby zwischen Sporting Gijón und Real Oviedo gehört zu den feurigsten Duellen im spanischen Fußball, wird regelmäßig auf dem Rasen und den Rängen emotional geführt. Den jüngsten Beweis lieferte das 110. Aufeinandertreffen der Zweitligisten am Samstag (16. April 2022), das nach Schlusspfiff dann aber eskalierte.
Den 1:0-Auswärtssieg beim Abstiegskandidaten konnte Oviedo nach Spielschluss nur kurz feiern, dann kochten die Emotionen auf dem Rasen über. Besonders im Fokus: Gästekeeper Joan Femenías (25), der von zahlreichen Gegenspielern mit Schlägen und Tritten attackiert wurde.
Asturien-Derby eskaliert: Acht Spieler bedrängen Gäste-Torwart
Ein Video der Szene ging bereits kurz nach Abpfiff in den sozialen Medien viral. Darauf ist zu sehen, wie gleich acht Sporting-Spieler sich den Schlussmann zur Brust nehmen, nachdem der sich ausgelassen über den vierten 1:0-Sieg aus den vergangenen fünf Asturien-Derbys freute.
Hier sehen Sie die Szenen im Twitter-Video:
Aus der Spielertraube heraus gibt es von einzelnen Akteuren Schläge und Tritte gegen den Torwart, ehe Gaspar Campos (22) ihn einige Meter von seinen Kollegen wegzieht und weitere Beteiligte hinzukommen, um die Lage zu beruhigen. Allerdings: Aufgeheizt bleibt die Stimmung auch danach, sodass sogar mehrere Polizisten auf dem Rasen schlichten müssen.
Schiedsrichter zeigt nach Derby-Eskalation zweimal Rot
Weil es laut dem Spielbericht von Schiedsrichter Daniel Trujillo Suárez (39) gleich an mehreren Stellen gleichzeitig eskalierte, kam er mit dem Aussprechen der entsprechenden Strafen gar nicht hinterher.
Zwei Akteure aus Gijón sahen nach Studium der TV-Bilder nachträglich die Rote Karte, der Referee informierte in den Katakomben stellvertretend Teammanager Mario Cotelo (47) über die Platzverweise gegen Bertín und Christian Rivera (beide 24), der in der Vergangenheit auch schon beim Gegner unter Vertrag gestanden hatte.
In seinem Bericht vermerkte Trujillo Suárez außerdem, dass ein Mitglied des Gäste-Teams beim Gang in die Kabinen von einem aus dem Publikum geworfenen Schuh getroffen wurde, der Vorfall allerdings ohne Folgen blieb. Auf Sporting und die betroffenen Spieler dürfte dennoch eine saftige Strafe zukommen.
Entschuldigung mit Seitenhieb nach Derby-Eskalation bei Sporting Gijón
Kurios: Der Verein entschuldigte sich für die Szenen am Folgetag in einem offenen Brief beim eigenen Anhang, nicht aber beim Erzrivalen. „Wir verurteilen jedwede Aktion gegen die Werte, die im Sport und speziell im Fußball vorherrschen sollen“, hieß es in der Botschaft.
Die enthielt anschließend sogar eine Spitze gegen Oviedo: „Nichts, nicht einmal das Verhalten derer, die Jubeln mit der Provokation der Heim-Fans verwechseln, rechtfertigt derartige Handlungen.“ Im Fußball sei es wichtig, nicht nur verlieren, sondern auch gewinnen zu können.
Die örtliche Tageszeitung „El Comercio“ schrieb von einem „beschämenden Finale“ und beklagte, dass das „schlimmstmögliche Ende“ das Traditions-Derby beschmutzt habe. Was das Nachspiel bringt, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen, wenn der Liga-Verband sich mit den Geschehnissen beschäftigt. (bc)


