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„Euer Ernst?“XXL-Unterbrechung – Kommentator tobt

Nürnberg-Fans zünden Pyrotechnik.

Pyrotechnik im Gästeblock sorgte in Magdeburg für eine lange Unterbrechung.

In der 2. Bundesliga sorgt Pyrotechnik-Nebel für eine lange Pause. Was danach passiert, macht den Kommentator fassungslos.

An Pyrotechnik in deutschen Fußball-Stadien haben sich Spieler, Fans und Verantwortliche längst gewöhnt. Beim Samstagabendspiel in der 2. Bundesliga schimpfte Sky-Kommentator Hansi Küpper dennoch wie ein Rohrspatz.

Der Grund: Nachdem das Spiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem 1. FC Nürnberg am 14. Spieltag wegen der durch das Abbrennen von Pyrotechnik entstandenen Rauchschaden rund zwölf (!) Minuten unterbrochen worden war, fackelten einige Anhänger im Gästeblock unmittelbar nach Wiederanpfiff erneut Bengalos ab.

Hansi Küpper warnt Nürnberg-Fans vor Spielabbruch

Da platzte Küpper die Hutschnur. Er richtete sich direkt an die Clubberer, fragte: „Ist das jetzt euer Ernst? Nachdem, was wir hier eben erlebt haben?“

Damit bezog sich der Sky-Kommentator auf die XXL-Unterbrechung, die aufgrund der Sichtverhältnisse und der Beeinflussung der Torlinientechnik nötig geworden war. „Euer Klub hat gerade einen Lauf. Der liefert“, betonte Küpper beim Stand von 0:0.

In der Tat hatte sich das Team von Trainer Miroslav Klose nach einem gruseligen Saisonstart zuletzt mehr als stabilisiert, drei Spiele in Folge gewonnen.

„Wenn das hier so weitergeht, steuern wir womöglich auf einen Spielabbruch zu“, warnte Küpper.

Beschreien wollte er diesen natürlich nicht. Schließlich beruhigte sich das Pyro-Geschehen auf den Rängen dann auch wieder, die Begegnung konnte ohne weitere Vorfälle fortgesetzt werden.

Was nicht fortgesetzt wurde, war der Lauf des 1. FC Nürnberg. In der 73. Minute ging Tabellen-Schlusslicht Magdeburg durch Mateusz Zukowski in Führung. Wenig später flog FCN-Profi Rafael Lubach mit Gelb-Rot vom Platz (76.)

Zukowski erhöhte in der Nachspielzeit – 17 Minuten wurden vom Vierten Offiziellen angezeigt, 20 schließlich nachgespielt – auf 2:0 (90.+5). Maximilian Breunig machte mit dem 3:0 (90.+10) alles klar.