Elfmeter-Entscheidung im Blindflug! Zweitliga-Schiedsrichter Felix Bickel musste sich im Spiel zwischen Preußen Münster und Hertha BSC nach einer Technik-Panne auf das VAR-Urteil verlassen.
VAR-Eklat in der 2. BundesligaVermummter Fan sabotiert Videobeweis

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Technik-Panne beim VAR: Schiedsrichter Felix Bickel steht vor einem schwarzen Bildschirm.
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Immer wieder VAR-Ärger! Auch der 25. Spieltag der 1. und 2. Bundesliga war nicht gerade eine Werbeveranstaltung für den Videobeweis im deutschen Fußball.
Am Samstag (7. März 2026) ärgerte sich der 1. FC Köln über das fehlende Eingreifen nach einem Handspiel im BVB-Strafraum. Der DFB gab das Versäumnis am Sonntag dann auch gegenüber EXPRESS.de zu, erlebte zwei Stunden später aber schon die nächsten ärgerlichen Bilder.
Zweitliga-Schiri steht vor schwarzem VAR-Bildschirm
Im Zweitliga-Duell zwischen Preußen Münster und Hertha BSC (1:2) wurde in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ein möglicher Foulelfmeter für die Gäste gecheckt.
Schiedsrichter Felix Bickel (29) hatte die Szene zunächst nicht gesehen, wurde von Video-Assistentin Katrin Rafalski (44) dann allerdings nach draußen geschickt, um das Foul von Niko Koulis (26) an Michael Cuisance (26) zu überprüfen. Als Bickel dann am Monitor angekommen war, sah er allerdings Schwarz: Die Technik streikte!
„Ist jetzt da der Bildschirm ausgefallen oder was?“, wunderte sich Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld (36) bei Sky: „Das kann nicht wahr sein.“ In der zweiten Halbzeit reichte er die unfassbare Info nach: Der Bildschirm habe nicht funktioniert, „weil zwei Vermummte es geschafft haben, sich da hinzuschleichen und den Stecker gezogen haben“.
Nach Abpfiff schrieb Preußen Münster in einer Stellungnahme: Der SC Preußen Münster bedauert den Vorfall und wird alles daransetzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem wurden umgehend Maßnahmen ergriffen, um vergleichbare Vorfälle für die Zukunft auszuschließen.

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Spruchband der Fans von Preußen Münster mit der Aufschrift: „Dem VAR den Stecker ziehen“.
„Dem VAR den Stecker ziehen“, stand direkt nach der Aktion auf einem Spruchband an der Preußen-Kurve. Der Verein ging daher von einer vorab geplanten Aktion seiner Anhänger aus.
Eine Minute lang wartete der Referee, kommunizierte in dieser Zeit mit dem Kölner Keller. Und weil eine schnelle Lösung nicht in Sicht war, entschied letztlich Rafalski auf Elfmeter. Bickel verkündete die Entscheidung und zeigte auf den Punkt, ohne die Bilder gesehen zu haben. Von den Übeltätern hatte er rund um den Check offenbar nichts mitbekommen.
In seiner Stadion-Durchsage erklärte Bickel: „Wir haben ein mögliches Foulspiel im Strafraum geprüft. Meine Kollegin Katrin Rafalski hat festgestellt, dass der 24er von Münster den Spieler Cuisance klar am Schienbein trifft im Strafraum. Deshalb lautet meine finale Entscheidung: Strafstoß und Gelbe Karte.“
Fabian Reese übernahm für die Berliner die Verantwortung und traf zur 1:0-Führung für Hertha. Auch wenn die Entscheidung sachlich korrekt war, dürften die DFB-Verantwortlichen angesichts der Panne aus Münster einmal mehr die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben.

