Gerald Asamoah meldet sich in der Schweinsteiger-Debatte zu Wort – und lenkt den Fokus auf einen bestimmten Aspekt.
„Habe ein paar Tage überlegt“Kritik an Schweinsteiger – Ex-DFB-Profi schaltet sich ein

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ARD-Fußballexperte Bastian Schweinsteiger wurde für seine Äußerungen über den afrikanischen Fußball kritisiert. Nun teilte auch Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah seine Meinung zu dem Thema.

Das Feuer ist in der Rassismus-Debatte um Bastian Schweinsteiger brennt noch. Jetzt hat sich dessen früherer Weggefährte Gerald Asamoah geäußert.
Der frühere Fußballprofi argumentierte in einem Beitrag auf „LinkedIn“, dass nicht die Frage nach Schweinsteigers Absicht im Mittelpunkt stehen sollte, sondern eine Auseinandersetzung „mit bestimmten Denkmustern“, die solche Aussagen ermöglichen.
Gerald Asamoah über Schweinsteiger: „Er ist kein Rassist“
Schweinsteiger hatte vor dem WM-Spiel Deutschland gegen Elfenbeinküste die Spielweise der Ivorer beschrieben als „bisschen afrikanischen Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist“.
Der ivorische Trainer Emerse Faé hatte auf die Aussagen reagiert: „Das ist traurig. Wir können es rassistisch nennen.“ Die Debatte nahm Fahrt auf.
Sportjournalist Philipp Awounou kritisierte, hinter den Begriffen „wild“ und „unorthodox“ stünden Stereotype mit „rassistischen, kolonialen Wurzeln“. Jürgen Klopp brach derweil ein Interview ab, als er auf die Kontroverse angesprochen wurde. Er habe „keine Chance“, richtig zu antworten, erklärte der Ex-Erfolgstrainer, der aktuell für MagentaTV als WM-Experte im Einsatz ist.
Schweinsteiger stellte daraufhin in einem Statement klar: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“ Auch der ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sprang dem Ex-Weltmeister zur Seite: „Es ging hier nicht um die Menschen, sondern um eine fußballerische Einordnung.“
Und nun meldete sich Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah zu Wort, dessen Einschätzung sich auch auf X verbreitete. „Ich habe ein paar Tage überlegt“, leitete der frühere Schalke-Star seine Ausführungen ein. Der Ex-Nationalspieler stellt darin sofort klar, dass er Schweinsteiger seit Jahren gut kenne. Und: „Er ist kein Rassist.“
Allerdings sei das auch „gar nicht der Punkt“. Stattdessen sollte die Debatte die Denkmuster behandeln, die sich „seit Jahrzehnten im Fußball eingeprägt haben“. Spieler aus Afrika und schwarze Fußballer würden oft als „wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer“ beschrieben.
Asamoah, der von 2009 bis 2013 für den FC Schalke 04 spielte und 65-mal für die deutsche Nationalmannschaft auflief, betont, dass solche Aussagen selten „abwertend gemeint“ sind – aber genau das mache sie problematisch. Die Stereotype würden „gesellschaftlich tief verankert“ und „wie selbstverständlich weitergegeben“.
Einen grundlegenden Fehler in der Argumentation sieht Asamoah darin, dass Afrika eben kein Land sei, sondern ein Kontinent mit 54 Ländern. Die Verallgemeinerung sei willkürlich, während man von „spanischem Fußball“ ohne Probleme spreche.
Sein Vorschlag: Sich „detaillierter und interessierter“ mit den einzelnen afrikanischen Mannschaften auseinandersetzen. Das wäre ein „Gamechanger“.
Mehrere Nutzer des Portals loben Asamoahs Ansatz. Ein Kommentar preist seinen Text als „unaufgeregten und sachlichen, aber eben auch klaren und zielorientierten“ Beitrag zur Debattenkultur. Ein anderer hebt hervor: „Afrika ist kein Land, sondern ein bunter und vielfältiger Kontinent.“ Ein anderer Nutzer schreibt: „Vorurteile sind Abkürzungen des Gehirns. Danke fürs Dekonstruieren der Debatte.“

