Zuerst die pure Ekstase, dann der riesige Skandal! Ein Satz von Belgiens Coach Rudi Garcia schlägt hohe Wellen und sorgt für Zoff.
Rudi Garcia unter DruckBelgien-Coach verteidigt sich nach irrem Senegal-Spiel

Copyright: IMAGO/Photo News
Unter Beschuss: Trainer Rudi Garcia mit den belgischen Nationalspielern im Hintergrund.
Erneut gibt es bei der WM heftigen Zoff wegen einer Äußerung über ein Team aus Afrika! Im Zentrum der Kritik steht diesmal der belgische Nationaltrainer Rudi Garcia (62), der sich massiver Anschuldigungen erwehren muss.
Der Franzose äußerte sich nach dem nervenaufreibenden 3:2-Erfolg über Senegal in Seattle, der erst in der Verlängerung entschieden wurde, am Spielfeldrand: „Wir kennen solche Mannschaften: Gegen Ende des Spiels verlieren sie ihre taktische Struktur.“ Ein Satz, der einen Sturm der Entrüstung entfachte.
Rudi Garcia äußert sich zu den Vorwürfen
Nun versucht Garcia, die Wogen zu glätten und den Rassismus-Anschuldigungen entgegenzutreten. Über den Dienst X (ehemals Twitter) postete er ein Statement in englischer sowie französischer Sprache. In der Nachricht steht: „Meine Kommentare richteten sich keinesfalls an afrikanische Mannschaften; sie hätten genauso gut auf asiatische, südamerikanische oder europäische Teams zutreffen können, die mit solch einem Druck nicht vertraut sind.“
Er wollte damit nur seine bitteren Erlebnisse als junger Coach teilen, als es sich als Fehler erwies, eine Führung mit allen Mitteln über die Zeit bringen zu wollen.
Der Kontext für die brisanten Worte war ein unfassbares K.o.-Duell. Das Team von Garcia lag schon 0:2 hinten, doch späte Tore von Romelu Lukaku und Youri Tielemans retteten die Belgier in die zusätzliche Spielzeit. In diesem mitreißenden Match sorgte ein Strafstoß in der fünften Minute der Nachspielzeit der Verlängerung für die Entscheidung: Kapitän Tielemans trat an und schoss Belgien zum Sieg – es war der späteste Treffer, den es je bei einer WM gab.
Diese ganze Geschichte erinnert stark an die kürzlichen Diskussionen rund um den ARD-Fachmann Bastian Schweinsteiger. Dieser hatte die Spielweise der Elfenbeinküste mit den Worten „ein bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist“ charakterisiert. Schweinsteiger ergänzte damals: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass es manchmal unberechenbar wird.“ Das berichtet „bild.de“.
Hier könnt ihr euch Rudi Garcias Posting auf X anschauen:
Schweinsteiger musste sich im Anschluss ebenfalls rechtfertigen und machte deutlich, dass seine Bewertung eine rein sportliche war. „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger“, so seine Erklärung. Er versicherte, er habe mit seinen Worten „auf keinen Fall“ irgendjemanden verletzen wollen. (red)
