Schon wieder steht Fabian Reese im Kreuzfeuer der Fans. Doch diesmal platzt einem Trainer der Kragen – und er schießt scharf gegen den eigenen Anhang!
„Was soll das?“Kult-Trainer rechnet mit eigenen Fans ab

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Pele Wollitz war in Wolfsburg sauer auf die eigenen Fans.
Die Aufregung um Fabian Reese nimmt in der 2. Bundesliga kein Ende. Der Angreifer sah sich beim turbulenten 4:4 seines VfL Wolfsburg gegen Energie Cottbus wieder Anfeindungen ausgesetzt. Aus dem Gästeblock hagelte es bei jeder Aktion Pfiffe, wohingegen die Wolfsburger Fans hinter ihm standen.
Bereits vor Spielbeginn, während der Inspektion des Rasens, zeigten die mitgereisten Cottbus-Fans ihre Abneigung. Die heftigste Antwort darauf folgte jedoch nach der Partie von einer Person, von der man es nicht unbedingt erwartet hätte: Claus-Dieter Wollitz, der Coach von Energie, rechnete auf der Pressekonferenz knallhart mit dem eigenen Anhang ab. Das berichtet „SPORT1“.
Wollitz-Wutrede: „Gehört sich nicht!“
„Was soll das? Ich finde das unmöglich! Warum müssen unsere Fans diesen Spieler auspfeifen?“, schimpfte Wollitz los. Der 61-jährige Trainer redete sich in Rage und legte nach: „Er hat Energie Cottbus nichts getan. Im Gegenteil. Er versucht jetzt für seinen Arbeitgeber das Beste. Das ist eine Art und Weise, die finde ich unmöglich. Das gehört sich nicht!“
Wollitz sprach auch den umstrittenen Transfer von Reese an, der im Sommer von Hertha BSC zu den Wölfen kam. „Was hat dieser Spieler als Mensch getan? Die Vereine haben sich geeinigt, um diesen Wechsel zu ermöglichen. Hertha BSC hat durch ihn wahrscheinlich die Lizenz bekommen. Und er wird dafür verantwortlich gemacht [...]. Das ist für mich ein Unding! Respektlos, einen jungen Spieler so fertig zu machen.“
Der Coach wünscht sich, dass Reese sportlich kontert. „Jedes Tor, jede Torvorbereitung, jeder Erfolg für den VfL Wolfsburg ist das richtige Argument. Diese Unterstützung hat der Mensch als Spieler verdient“, so Wollitz.
Für Reese sind solche Anfeindungen keine neue Erfahrung. Schon in der Vorwoche war er in Karlsruhe Ziel von Pfiffen, weil die KSC-Anhängerschaft mit Hertha befreundet ist. Der Angreifer zeigte sich danach sichtlich mitgenommen und offenbarte bei Sky seine Emotionen: „Mir tut es sehr weh. Es ist einfach verletzend. [...] Es ist einfach, auf einen Einzelnen draufzuhauen, einen Sündenbock zu finden.“
In seiner neuen sportlichen Heimat erhielt er hingegen vollen Zuspruch. Als Reaktion zeigten die Wolfsburger Fans am Samstag ein riesiges Banner in ihrer Fankurve mit der Botschaft: „Wir Fans stehen hinter dir, Fabi!!!“
Die feindselige Stimmung schien Reese auf dem Feld nicht zu beeindrucken – er lieferte eine starke Partie ab. Zuerst legte er mit einem brillanten Pass per Außenrist das 2:0 von Vinicius Souza (25.) mustergültig auf. Wenig später hatte er selbst die Chance, scheiterte aber im Duell mit Keeper Marcel Lotka (27.). Später im Spiel landete ein Heber von ihm nur am Querbalken (74.).
Die Partie selbst entwickelte sich zu einem echten Spektakel. Zunächst schoss Robert Glatzel (4./Strafstoß, 35.) die Gastgeber vermeintlich komfortabel nach vorne. Aber Energie gab nicht auf und kam durch Treffer von Luca Erlein (45.+4), King Manu (49.) und Tolcay Cigerci (67./Strafstoß) zurück. Mattias Svanberg (79.) brachte den VfL erneut in Front, doch nach einem Platzverweis für Mathys Angely (88.) schaffte Dmytro Bogdanov (90.+1) spät den Ausgleich für die Gäste.
Bei den Wolfsburgern war die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff riesig. „Wir haben es nicht gut gemacht, wir sind faul gewesen, wir haben einen Schritt zu wenig gemacht und haben gedacht, das Spiel ist entschieden“, fand Hauke Wahl bei Sky klare Worte. Auch Coach Tobias Strobl war unzufrieden mit der Effizienz seines Teams: „Wir verpassen es in der ersten Halbzeit, das eine oder andere Tor mehr noch nachzulegen. [...] Du führst 3:0, da darfst du das Spiel nicht mehr aus der Hand geben.“ (red)
