„Man kann Markus nur gratulieren“ Wegen Putins Krieg: Gisdol tritt als Moskau-Trainer zurück – FC reagiert

Markus Gisdol geht auf den Trainingsplatz.

Markus Gisdol als Trainer von Lokomotive Moskau am 26. Januar 2022 beim Trainingslager in Marbella.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine ist der frühere Trainer des 1. FC Köln, Markus Gisdol, von seinem Amt bei Lokomotive Moskau zurückgetreten.

Markus Gisdol (52), der frühere Trainer des 1. FC Köln, hatte seinen neuen Job bei Lokomotive Moskau erst im Oktober 2021 angetreten. Nun, knapp fünf Monate später, ist seine Zeit als Coach des derzeitigen Tabellensiebten bereits wieder vorbei.

„Markus Gisdol wurde vom Posten des Cheftrainers des FC Lokomotive entlassen“, schrieb der Verein in einer knappen Mitteilung am Dienstag (1. März 2022). Der frühere Kölner selbst spricht jedoch von einem Rücktritt als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Am Montagabend wurden die Formalitäten geklärt. Markus Gisdol hat Russland bereits verlassen, er flog über die Türkei zurück nach Deutschland. Derzeit hält er sich in Bad Überkingen auf.

Ralf Rangnick (63), der zu der Zeit noch in Moskau als sportlicher Leiter bei Lokomotive arbeitete, hatte Gisdol im vergangenen Herbst geholt. Gemeinsam mit dem Trainer hat auch der deutsche Teammanager Lutz Siebrecht (54) die russische Hauptstadt verlassen. „Sie konnten ihre Arbeit moralisch nicht mehr vertreten. Russland führt einen Krieg, wie soll man da eine Fußballmannschaft bei Laune halten“, sagte Gisdols Berater Joannis Koukoutrigas der SZ.

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Lokomotive Moskau: Auch Gisdols Teammanager verlässt den Verein

„Fußballtrainer ist für mich der schönste Job der Welt. Ich kann meiner Berufung aber nicht in einem Land nachgehen, dessen Staatsführer einen Angriffskrieg mitten in Europa verantwortet. Das geht mit meinen Werten nicht überein, deshalb bin ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Trainer von Lokomotive Moskau zurückgetreten“, sagte er der „Bild“.

Gisdol weiter: „Ich kann nicht in Moskau auf dem Trainingsplatz stehen, die Spieler trainieren, Professionalität einfordern und ein paar Kilometer weiter werden Befehle erteilt, die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen. Das ist meine persönliche Entscheidung und hiervon bin ich absolut überzeugt.“

Gisdol war von November 2019 bis April 2021 Trainer des 1. FC Köln, ehe er angesichts der großen Abstiegsgefahr des Vereins entlassen wurde. Steffen Baumgart (50) sagt über den Russland-Abschied seines Vorgängers: „Das ist ein klares Statement, dazu kann man Markus nur gratulieren. Aus seiner Sicht wird er den richtigen Weg gegangen sein. Ich kann das nur begrüßen.“ Der FC twitterte zudem: „Großen Respekt vor diesem Schritt!“

Lokomotive Moskau: Gisdol-Nachfolger steht auch schon fest

Gisdols Vertrag in Moskau lief ursprünglich noch bis zum 30. Juni 2022. Als sein Nachfolger soll nun vorerst der frühere Hoffenheim-Profi Marvin Compper (36) das Team auf die anstehenden Meisterschaftsspiele vorbereiten. Er war zuletzt bei Lokomotive Moskau als Spielanalyst angestellt. „Wir werden die Fans weiterhin zeitnah über die Situation im Verein informieren“, hieß es vom Klub. (msw/mze)

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