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Top-Klub greift durchErster Verein verbietet eigenen Fans Bettel-Schilder für Trikots

Ein Mann im Stadion hält ein Schild hoch, auf dem in Niederländisch zu lesen ist, dass er das Trikot von Steven Berghuis haben möchte.

Copyright: imago images/Philippe Ruiz

Ein niederländischer Fußballfan hat ein Schild dabei, um damit die Aufmerksamkeit des Spielers Stevens Berghuis von Ajax Amsterdam zu bekommen. Das Foto ist vom 24. Juli 2021.

Ajax Amsterdam leitet drastische Schritte ein: Den Stadionbesucherinnen und -besuchern ist es bei Heimspielen künftig verboten, Schilder mit Trikotwünschen mitzubringen. Die Gründe dafür sind interessant.

Früher gingen junge Fans zum Trainings ihres Herzensvereins, um sich Autogramme ihrer Stars abzuholen. Heute ist das kaum noch möglich: Die Spieler der Spitzenklubs werden abgeschottet, das Training findet oftmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Um ihren Stars trotzdem nahekommen zu können, basteln Anhängerinnen und Anhänger zunehmend Plakate, die sie an Spieltagen mit ins Stadion nehmen. Darauf zu lesen: „Spielername XY, bitte schenk mir dein Trikot!“ 

Beim niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam ist das nicht mehr möglich. Der Klub verbietet in der heimischen Amsterdam-Arena Schilder, Plakate und Laken, auf denen Trikotwünsche geäußert werden.

Bereits im Supercup gegen die PSV Eindhoven am Samstag (30. Juli 2022) soll Ajax vom Hausrecht Gebrauch gemacht haben und erstmals mitgebrachte Trikotwunsch-Plakate konfisziert haben, schreiben niederländische Medien.

Ajax Amsterdam verbietet im Stadion das Betteln um Trikots

Doch wie kommt es zu dieser Maßnahme? Die Verantwortlichen des Amsterdamer Klubs haben dem Fanmagazin „Ajax Life“ mitgeteilt, dass das Betteln im Stadion überhandgenommen habe und die Wünsche durch die eigenen Spieler nicht mal mehr im Ansatz erfüllt werden könnten.

Weiter heißt es: „Das Ärgerliche ist, dass manche Erwachsene meinen, dass ihre Sprösslinge Recht auf alles Mögliche haben.“ Und wenn dann ein Spieler vorbeilaufe, ohne sein Leibchen auszuziehen und abzugeben, dann gelte er direkt als „arrogant“.

Außerdem stellt offenbar der Brandschutz ein Problem dar: Die Trikotanfragen seien oft auf Pappe gekritzelt, die leicht entflammbar sei. Dies führe zu einem Sicherheitsrisiko.

DFB: Trikot-Bettelei wurde auch bei Länderspielen kritisiert

Gegen das Trikot-Betteln im Stadion spricht auch, dass die gebastelten Plakate zum Teil gar nicht von Kindern kommen, die ihr persönliches Trikot-Arsenal erweitern wollen, sondern von Erwachsenen, die damit finanzielle Absicht verfolgen.

Denn: Getragene Trikots (Englisch: match-worn) von Profi-Fußballern sind teilweise einen großen Batzen Geld wert. Sammlerinnen und Sammler sind bereit, dafür eine ordentliche Summe auf den Tisch zu legen. Manche Stadionbesucherinnen und -besucher sehen in dem Trikot-Gebettel also auch ein lukratives Geschäft.

Eine Diskussion um das Trikot-Schnorren ist im Frühjahr 2022 auch in Deutschland entflammt – und zwar im Zusammenhang mit den Länderspielen der DFB-Elf.

Nach den Partien der deutschen Nationalmannschaft blickten die DFB-Kicker bei der Ehrenrunde nicht mehr in leuchtende Kinderaugen, sondern fast ausschließlich in ein Meer der besagten Bettel-Schilder – gerne auch ohne die Höflichkeitsformel „bitte“. (jm)

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