St. Pauli wirft Coach Blessin raus. Ein Nachfolger wird bereits gehandelt.
Nachfolger schon gefunden?Nach dem Abstieg: FC St. Pauli trennt sich von Coach Blessin

Copyright: Philipp Szyza/dpa
Selbst gewählter Abgang: Alexander Blessin ist nicht mehr Trainer des FC St. Pauli. (Archivbild)
Aktualisiert:
Der Neuanfang des FC St. Pauli in der 2. Fußball-Bundesliga findet ohne Alexander Blessin statt. Nur 19 Tage nach dem bitteren Abstieg gab der Kiezklub die Trennung von dem 53-Jährigen bekannt, obwohl sein Vertrag bei den Hamburgern noch bis zum Sommer 2027 lief.
Als Nachfolger bei den Kiezkickern wird Marcel Rapp gehandelt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Der 47-Jährige war von 2021 bis Februar 2026 für Holstein Kiel verantwortlich. Er führte den Verein 2024 in die Bundesliga, stieg direkt wieder ab und wurde entlassen, als der nächste Abstieg in die 3. Liga drohte.
Abstiegskampf kostete Blessin sichtlich Kraft
„Alex‘ Qualitäten als Trainer sind unbestritten; wir sind nach unserer Analyse aber zu dem Schluss gekommen, dass eine Trennung und ein frischer Start mit voller Überzeugung in diesem Sommer der richtige Weg sind“, ließ Sportchef Andreas Bornemann in einer Klub-Mitteilung verlauten.
Noch zwei Tage nach Saisonende im Mai hatte Blessin eine Fortsetzung nicht ausgeschlossen. „Daran zu arbeiten, das wiedergutzumachen, ist auf jeden Fall eine Option“, sagte er in einer Medienrunde mit Präsident Oke Göttlich und Bornemann. Auffällig dabei: Blessin trug Privatkleidung. Es sollte sein letzter Auftritt als St.-Pauli-Trainer werden.
Die Trennung hatte sich zuletzt aber bereits angedeutet. Dass der Coach sich fast drei Wochen nach dem Abstieg noch immer nicht zu einem klaren Bekenntnis zum FC St. Pauli durchringen konnte, ließ bei den Verantwortlichen die Zweifel offenbar wachsen.
Der gebürtige Schwabe hatte in den vergangenen Wochen immer wieder unterstrichen, wie viel Energie ihn der am Ende vergebliche Kampf um den Klassenerhalt gekostet hat. Nach dem entscheidenden 1:3 gegen den VfL Wolfsburg im Saisonfinale wirkte er sichtlich erschöpft und niedergeschlagen.

Copyright: Daniel Bockwoldt/dpa
Als neuer St. Pauli-Trainer im Gespräch: der Ex-Kieler Marcel Rapp. (Archivbild)
Blessin war vor zwei Jahren als Nachfolger von Aufstiegstrainer Fabian Hürzeler zum Kiezklub gekommen. In der Bundesliga war er ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. In der Saison davor hatte er jedoch mit Union Saint-Gilloise den belgischen Pokal gewonnen.
Dem Trainer gelang es, die Mannschaft trotz limitierter finanzieller Mittel des Klubs in der Liga zu halten. Eine starke Defensive und mannschaftliche Geschlossenheit waren die Basis dafür. In dieser Spielzeit war davon allerdings viel verloren gegangen.
Führungs-Duo hielt lange am Trainer fest
Die Abwehr wirkte instabil, der Angriff war der harmloseste der gesamten Liga. Stammkräfte wie Abwehrchef Hauke Wahl, Kapitän Jackson Irvine oder Eric Smith konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht an ihre Form des Vorjahres anknüpfen. Auch Neuzugänge wie Rekordeinkauf Martijn Kaars enttäuschten die Erwartungen.
In der Hinrunde erlebten die Hamburger eine Serie von neun Niederlagen, in den letzten zehn Saisonspielen holten sie nur noch drei magere Punkte. Dennoch hielten Präsident Göttlich und Sportchef Bornemann an Blessin fest. Der Trainer betonte stets, er wisse dieses Vertrauen zu schätzen.
Auch nach dem besiegelten Abstieg versuchte das Führungsduo den Eindruck zu erwecken, mit dem Trainer weitermachen zu wollen. Die Entscheidung über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit liege allein bei Blessin, wurde kommuniziert.
Der FC St. Pauli wird am 26. Juni in die Vorbereitung auf die neue Zweitliga-Saison starten. Mit Rapp scheint Bornemann einen Trainer gefunden zu haben. Eine neue Mannschaft müssen er und der neue Übungsleiter nun zusammenstellen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
