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„Affenlaute von der Tribüne“ Rassismus-Eklat in Duisburg: Spielabbruch gegen Osnabrück

Schiedsrichter Nicolas Winter unterbricht das Spiel zwischen Duisburg und Osnabrück.

Osnabrücks Aaron Opoku (Mitte) diskutiert mit den Spielern und dem Schiedsrichter beim Spiel gegen Duisburg am 19. Dezember 2021. 

Die Partie der 3. Fußball-Liga zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück ist wegen eines rassistischen Vorfalls abgebrochen worden.

Schlimme Entgleisung in der 3. Liga. Das Duell zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück ist am Sonntag (19. Dezember 2021) in der 33. Minute von Schiedsrichter Nicolas Winter (29) beim Stande von 0:0 nach einer rassistischen Bemerkung von den Rängen unterbrochen worden.

Der Unparteiische schickte beide Teams zunächst in die Kabine. Wenig später wurde Begegnung endgültig abgebrochen. Osnabrücks Aaron Opoku (22) und auch Duisburgs Leroy Kwadwo (25) wurden von der Tribüne beleidigt. Daraufhin schallten laute „Nazis raus“-Rufe von den Tribünen. Die Stadionregie in Duisburg spielte zudem „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten.

Eskaliert war alles in der 33. Minute. Bei einer Diskussion um einen Eckball hatte es die Entgleisung von der Tribüne gegeben. Nach kurzer Besprechung mit dem Schiedsrichter-Gespann gingen beide Teams in die Kabine.

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Der mutmaßliche Täter wurde ermittelt und abgeführt. Polizei-Beamte gingen in den Fanblock und führten Befragungen durch. 6500 Zuschauer waren Augenzeuge der Partie in der Duisburger Arena und gingen frustriert wieder nach Hause.

Spielunterbrechung in Duisburg, die Spieler gehen in die Kabine.

Die Spieler gehen beim Spiel zwischen Duisburg und Osnabrück am 19. Dezember 2021 vom Platz.

Osnabrücks Pressesprecher Sebastian Rüther sagte bei MagentaSport: „Es war eine konsequente und richtige Entscheidung des Schiedsrichters. Es sind mehrere Beleidigungen erfolgt, die auch der Linienrichter mitbekommen hat. Unserem Spieler Aaron Opoku geht es mental sehr schlecht.“

Die Gastgeber waren auch entsetzt. „Das, was ich gehört habe, entsetzt mich. Das sind Zustände, die man in keinem Stadion haben möchte. Diese Minderheit stört und zerstört den Fußball. Das ist nicht zu dulden“, sagte MSV-Präsident Ingo Wald. „Der Täter erhält natürlich ein Hausverbot. Die weiteren rechtlichen Schritte werden wir überlegen.“

MSV Duisburg: „Das ist die letzte Warnung für alle Hohlköpfe“

Gegen 15 Uhr fingen Osnabrücker Betreuer bereits an, die Sachen an der Auswechselbank zusammenzupacken. MSV-Pressesprecher Martin Haltermann bestätigte anschließend, dass die Partie abgebrochen worden ist. „Der VfL Osnabrück - und das ist mehr als nachvollziehbar - kann nicht mehr antreten, der Junge ist fix und alle, die ganze Mannschaft ist fertig, wir sind es ehrlicherweise auch nach diesem unfassbaren Vorfall. Das ist ein Tiefpunkt in unserer Vereinsgeschichte“.

„Wenn man gerade die Szene in der Kabine erlebt hat, ist die Entscheidung nachzuvollziehen. Das ist hoffentlich die letzte Warnung für die letzten Hohlköpfe, die es immer noch nicht kapiert haben“, ergänzte Haltermann.

Schiedsrichter Winter: „Es gab Affenlaute von der Tribüne“

Schiedsrichter Winter erklärte bei MagentaSport: „Es gab einen Eckstoß für den VfL Osnabrück und dann  Affenlaute von der Tribüne. Ich habe gesehen, wie schockiert der Spieler gewesen war. Er war überhaupt nicht ansprechbar.“

Aaron Opoku und Lukas Gugganig gehen in die Kabine.

Aaron Opoku geht nach der Beleidigung am 19. Dezember 2021 mit Lukas Gugganig vom Feld.

Man sei deshalb direkt in die Kabine, „um uns um den Spieler zu kümmern. Ich habe ihm gesagt, wir sind da, um ihn zu schützen. In der Kabine haben wir mit den Kapitänen und Sportdirektoren gesprochen“, erklärte der Unparteiische. „Wir haben beiden Teams Bedenkzeit gegeben. Dann kam die Mitteilung, dass der VfL nicht weiterspielen will. Wir sind alle geschockt. Das ist in schwierigen Zeiten ganz dramatisch. Nun werden wir einen Sonderbericht verfassen.“

„So etwas dürfen wir nicht akzeptieren. Aaron ist fertig und war nicht mehr in der Lage zu spielen“, sagte VfL-Geschäftsführer Michael Welling. Der Klub wollte mit dem Verzicht auf ein Weiterspielen auch dokumentieren, „dass wir das nicht akzeptieren“.

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