Selbst etliche Wochen nach dem bitteren Turnier-K.o. gegen Paraguay nagen die Vorhaltungen gewaltig an DFB-Knipser Deniz Undav.
„Ganze Zeit darüber nachgedacht“Nagelsmann-Kritik lässt Undav nicht los
Rund acht Wochen vergingen seit dem dramatischen Ausscheiden der DFB-Auswahl gegen Paraguay (3:4 per Elfmeter), dennoch lässt eine Schlüsselsequenz den Stuttgarter Torjäger Deniz Undav (30) keineswegs los.
Nach dem K.-o.-Moment geriet der schwäbische Publikumsliebling durch harte Töne seitens Julian Nagelsmann (39) ins Schussfeld – jene Abrechnung erzeugte bei zahlreichen Beobachtern massives Kopfschütteln und lässt den Angreifer bis dato nicht zur Ruhe kommen.
DFB-Stürmer Undav: „War es wirklich deine Schuld?“
Im TV-Sender „Magenta“ wetterte der damalige Trainer bezüglich jener versemmelten Tormöglichkeit nach vier gespielten Zeigerumdrehungen: „Da stehen wir zu viert alleine vor dem Tor, da müssen wir nur querspielen, dann schieben wir den Ball ins leere Tor. Da chippt der Deniz den irgendwie auf den zweiten Pfosten. Das ist eine ganz einfache Aktion, da war ja nicht viel dahinter.“ Obgleich er im Wettbewerb drei Treffer markierte sowie zwei Treffer vorbereitete, frisst jene Szene am Offensivakteur. Das berichtet „bild.de“.
Gegenüber dem „Bundesliga-Magazin“ offenbart der VfB-Kicker nun seine tiefsten Gedanken: „Die ganze Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob unser Ausscheiden auch meine Schuld war, weil ich gegen Paraguay gleich nach ein paar Minuten vergeblich aufs Tor geschossen hatte, statt den Ball quer zu passen. Aber ich hatte in dem Moment einfach nicht gesehen, dass ein Mitspieler vielleicht besser positioniert war.“
Auch die scharfen Sätze des Coaches nagten spürbar: „Dann sagst du dir: Wir hatten danach doch noch 115 Spielminuten Zeit, es kann doch nicht nur an der einen Aktion gelegen haben. Aber der Gedanke kommt zurück: War es wirklich deine Schuld?“
Ein Telefongespräch seitens Nagelsmann blieb im Anschluss an das Turnier aus, ganz im Gegensatz zu Keeper Oliver Baumann (36). Undav bewertet dies gelassen: „Nein. Aber das braucht er auch nicht.“ Den bitteren K.-o. möchte der Vollblutfußballer am liebsten vergessen, allerdings bleibt ihm der enorme Zuspruch der Anhängerschaft während der Weltmeisterschaft unvergessen.
Voller Dankbarkeit erinnert sich der Spielführer an die riesige Unterstützung aus den Rängen: „Ich habe natürlich mitbekommen, dass ich bei der WM positiv gesehen wurde. Gefühlt das ganze Land stand in der Frage, ob ich in die Startelf gehöre, hinter mir. Ein besseres Gefühl kannst du als Fußballer gar nicht haben.“ (red)
