Bundestrainer Nagelsmann gibt Leroy Sané eine Startelf-Garantie und kritisiert die öffentliche Debatte um den DFB-Star.
Ungerecht?Nagelsmann geht Sané-Kritik auf die Nerven: „Ein Phänomen“

Klare Ansage vom Bundestrainer! Julian Nagelsmann gibt Leroy Sané (30) eine Zusage für die Startelf im zweiten WM-Match der deutschen Auswahl gegen die Elfenbeinküste. Zugleich teilte der Coach heftig gegen die öffentliche Debatte um den Offensivstar aus – selbst nach dem furiosen 7:1-Auftaktsieg über Curaçao.
„Ich wüsste jetzt nicht, warum ich ihn nicht spielen lassen soll“, machte Nagelsmann vor der Partie am Samstagabend (22.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Toronto deutlich. „Ich bin keiner, der sich treiben lässt von irgendwelchen Meinungen von außen. Sondern wir haben eine Meinung im Trainerteam, eine Meinung in der Mannschaft und auch Dinge gesehen auf dem Feld, die sehr gut waren.“
Sanés krasse Tor-Flaute bei großen Turnieren
Für den Bundestrainer ist die ständige Kritik an Sané inzwischen ein „psychologisches Phänomen“. Er erläuterte seine Perspektive so: „Wenn man irgendwann mal einen Menschen in einer gewissen Schublade hat und ihn gewissermaßen charakterisiert, dann wird alles, was man nur ansatzweise in diese Richtung sieht, um ein Vielfaches schlimmer bewertet.“
Diese festgefahrene Sichtweise habe jedoch keinen Einfluss auf Sanés Performance. Nagelsmann stellte sich vor dem zweiten Gruppenspiel, das in der deutschen WM-Geschichte oft in die Hose ging, schützend vor seinen Spieler: „Ich kann versichern, ihn stört es nicht. Es beschäftigt dann eher mich, weil ich ungern habe, dass über meine Spieler so was geschrieben wird.“
Völlig locker mit gelber Kappe kam Sané am Freitagabend (Ortszeit) mit der DFB-Mannschaft in Toronto an und schrieb wie seine Mitspieler vor dem Hotel Autogramme. Gegen die Ivorer steht für den 30-Jährigen sein 78. Einsatz im Nationaltrikot an.
Aber ein Fakt lässt aufhorchen: In seinen bisherigen 13 Partien bei Welt- und Europameisterschaften ist dem hochtalentierten Offensivmann noch kein einziger Treffer geglückt. Eine unfassbare Statistik, die er jetzt endlich durchbrechen will.
Anpassungen an der Startelf aus dem Curaçao-Spiel hält Nagelsmann für unnötig, es gebe „jetzt keinen offensichtlichen Grund“. Torwart Manuel Neuer wird sein 21. WM-Match bestreiten und damit zum alleinigen WM-Rekordkeeper aufsteigen.
Mit einem Sieg gegen die physisch starken Ivorer um den Leipziger Bundesliga-Angreifer Yan Diomande kann die DFB-Auswahl den Sprung in die K.o.-Runde vorzeitig klarmachen. „Das Spiel zu gewinnen, wäre sehr wichtig“, unterstrich Nagelsmann die Wichtigkeit der Begegnung. (dpa/red)
