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„Nicht mal Gelb“Nach Horror-Verletzung: Müller wird überraschend deutlich

Assim Madibo schlägt entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen. Von einem Gegenspieler wird er angemotzt.

Copyright: IMAGO/Xinhua

Assim Madibo war nach seinem Foul geschockt und bekam von dem ein oder anderen Kanadier einiges zu hören. Thomas Müller stellte sich aber eindeutig auf die Seite des Katarers.

Aktualisiert:

Beim Spiel von WM-Co-Gastgeber Kanada gegen Katar kommt es zu einem Platzverweis nach einer schweren Verletzung. Thomas Müller kann die Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen.

Die Horror-Verletzung des Kanadiers Ismael Koné hat den ersten Tag des 2. Spieltags bei der WM überschattet. Nach dem Spiel zwischen Co-Gastgeber Kanada und Katar kam es wegen der Szene zu einer Rudelbildung. Thomas Müller hat aber eine ganz klare Meinung.

In der 51. Minute hatte Assim Madibo Koné gefoult. Der Unterschenkel des 24-Jährigen wies danach eine deutliche Fehlstellung auf. Koné selbst hatte beim Anblick seines linken Beines fassungslos die Hand vor den Mund gehalten, auch seine Mitspieler waren geschockt.

Trainer geraten aneinander – Müller hat null Verständnis für Platzverweis

Auch Verursacher Madibo war sichtlich entsetzt, hatte sogar Tränen in den Augen. Er wurde auf dem Platz von Mitspielern und dem Kanadier Tajon Buchanan getröstet. Madibo entschuldigte sich noch während des Spiels bei Koné.

Dass er nach VAR-Überprüfung für sein Einsteigen Rot sah, sorgte auf der Katarer Bank aber für Proteste. Das wiederum konnten die Kanadier nicht nachvollziehen. Während und nach dem Spiel kam es deshalb zur Rudelbildung.

Auch die beiden Trainer Jesse Marsch und Julen Lopetegui wechselten einige wohl wenig freundliche Worte. „Das ist es nicht eine Sekunde unserer Zeit wert, darüber zu sprechen“, sagte Marsch auf Nachfrage. Die Proteste der Katarer bezeichnete er als „seltsames Verhalten“.

Lopetegui wollte die Vorkommnisse im Nachgang des Spiels nicht kommentieren. „Ich möchte Koné das Beste wünschen und dass er sich so schnell wie möglich wieder erholt“, sagte der Spanier. Auf die Frage, worum es bei ihm und Marsch gegangen sei, sagte er: „Das ist eine Sache zwischen mir und ihm.“

Im ZDF bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer keine Wiederholungen zu sehen. Kommentator Martin Schneider berichtete zunächst: „Im Hintergrund checken die Kollegen mal. Sie haben sich das jetzt mehrfach angeschaut, sehen erstmal nichts. Es sieht nach einem normalen Foulspiel aus.“ Wenig später berichtete er, dass Schiedsrichter-Experte Torsten Kinhöfer ihm einen Screenshot geschickt habe. „Er hat ihn von hinten getreten. Es sieht fast so aus, als sei das Schien- oder Wadenbein dabei gebrochen. Das würde ich am liebsten gar nicht sehen, um ehrlich zu sein“, sagte er.

Bei MagentaTV hatte Thomas Müller zu der Szene eine überraschend eindeutige Meinung. „Die Rote Karte können wir nicht ganz nachvollziehen, weil es nach einer sehr unglücklichen Verletzung aussieht, auch wenn sie sehr schwerwiegt. Ich sehe da maximal ein normales Foul, weder Gelb noch Rot. Dazu würde ich gerne einen Regelhüter sprechen“, sagte der Weltmeister von 2014. Mats Hummels sah es genauso. Er meinte: „Das sah nach einem 08/15-Foul aus.“

Anders äußerte sich der frühere Schiedsrichter Manuel Gräfe bei „Bild“. „Der Katari tritt ihn von hinten mit hoher Intensität gegen das Wadenbein und das Wadenbein gibt nach“, so Gräfe, der sich grundsätzlich bei der Fifa ein härteres Durchgreifen bei gesundheitsgefährdenden Fouls wünscht.

Koné wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Seine Familie sei bei ihm, berichtete sein Trainer. „Er ist ein großer Verlust, aber es wird ihm gutgehen. Wir werden die besten Ärzte für ihn besorgen“, sagte Marsch. (mit dpa)

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