„Im Mittelmaß angekommen“Harte Schweini-Worte nach Klopps Griechen-Pleite

Jürgen Klopp musste in seinem zweiten Spiel als Bundestrainer gegen Griechenland seine erste Niederlage hinnehmen. ARD-Experte Bastian Schweinsteiger wählte im Anschluss harte Worte.

Zweites Länderspiel für Jürgen Klopp (59), erste Niederlage. Mit der deutschen Nationalmannschaft musste der neue Bundestrainer in der Nations League eine 0:1-Pleite gegen Griechenland hinnehmen.

Nach dem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande gab es am Sonntagabend (27. September) in Augsburg nicht den ersten DFB-Sieg für Klopp. Stattdessen jubelten die Griechen über den ersten Sieg gegen Deutschland der Historie.

Schweinsteiger: „Wir sind keine Top-Mannschaft mehr“

Bundestrainer Klopp analysierte die Pleite anschließend am ARD-Mikrofon und übernahm die Verantwortung: „Es ist Teil des Prozesses. Die Aufstellung, die Zusammensetzung, die vielen Wechsel, das geht alles zu 100 Prozent auf meine Kappe. Dass wir einen tiefstehenden griechischen Gegner nicht komplett auseinandernehmen, das war klar. Das Spiel heute nicht hoch zu gewinnen, damit hätte ich leicht leben können. Aber verlieren darfst du es nicht, haben wir trotzdem getan.“

Zuvor hatte auch schon Experte Bastian Schweinsteiger über die Deutschland-Niederlage gegen die Südeuropäer gesprochen und dabei teilweise harte Worte gewählt!

„Wir haben es nicht geschafft, den Gegner uns so hinzulegen, so zu Problemen zu bringen, dass was passiert. Direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir zwei gute Möglichkeiten, um 1:0 in Führung zu gehen. Das hat nicht geklappt. Insgesamt finde ich, haben wir nicht genügend Druck erzeugt, um dem Gegner eben so Probleme zu bereiten, dass sie nicht mehr rauskommen“, sagte der Weltmeister von 2014 enttäuscht.

Dann wurde Schweinsteiger noch deutlicher und legte den Finger in die Wunde: „Wir sind keine Top-Mannschaft mehr, wir sind im Mittelmaß angekommen!“ Deutschland habe keine Spieler mehr, die den Unterschied machen können. Zumindest habe er gegen Griechenland keinen DFB-Kicker auf dem Platz gesehen, auf den das zutreffen würde.

„Selbst Griechenland, wenn man Karetsas hernimmt oder Tzolis hernimmt oder Pavlidis vorne drin, das waren Unterschiedsspieler für mich für die Griechen heute. Und die haben wir halt nicht. Deswegen muss Jürgen Klopp eben – und das ist ja auch richtig – alle mal anschauen, die infrage kommen können, um eine Mannschaft zu entwickeln, die dann auch den Jürgen-Klopp-Fußball spielen wird. Und das werden wir hoffentlich im November sehen. Aber jetzt ist es reine Testerei eigentlich“, sagte Schweinsteiger weiter.

Laut dem Ex-Profi habe die DFB-Elf große Probleme, von hinten herauszuspielen. Lediglich Joshua Kimmich könne kreative Pässe spielen: „Wenn der nicht da ist, dann wird es schwierig.“ Auf den offensiven Außenpositionen vermisse Schweinsteiger die Spieler, die bis auf die Grundlinie durchbrechen und die Stürmer in der Mitte bedienen.

Trotzdem räumte der ARD-Experte auch ein, dass Klopp mit seiner Mannschaft Zeit braucht: „Jürgen Klopp ist in der Findungsphase. Das war das zweite Länderspiel von ihm. Das dauert alles. Er ist nicht der Zauberer. Du kannst von der Mannschaft nicht erwarten, dass die hier 4:0 gegen Griechenland dominiert. Das ist harte Arbeit. Aber Jürgen Klopp ist der richtige Mann dafür. Die Spieler müssen sich selber allerdings auch hinterfragen.“