Der Rekordnationalspieler rechnet nach dem WM-Debakel knallhart ab. Er enthüllt Zoff im DFB-Team und stellt Nagelsmanns Job infrage.
Unruhe, Neid, StreitMatthäus enthüllt DFB-Ärger im WM-Quartier

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Nach Ansicht von Lothar Matthäus hat Julian Nagelsmann keine Zukunft als Bundestrainer. (Archivfoto)
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Nach dem blamablen WM-Aus für die deutsche Nationalelf sieht Lothar Matthäus deutliche Ähnlichkeiten zum Turnier 1994. Er stellt die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann massiv infrage. Ihm fehle „im jetzigen Moment“ schlicht „die Fantasie“, wie es mit Nagelsmann weitergehen könne, offenbarte der Rekordnationalspieler der „Bild“-Zeitung.
Der Weltmeister von 1990 legt in seiner Kritik am aktuellen Bundestrainer nach. Nach dieser Weltmeisterschaft sei für ihn klar, dass es „mit einem neuen Trainer weitergehen“ müsse. Das alles sei „einfach zu viel“ gewesen.
Lothar Matthäus packt aus: Zoff hinter den DFB-Kulissen
Als einen Hauptgrund für das Scheitern benannte Matthäus die vielen Störgeräusche im Umfeld der Mannschaft. „Es gab viele Schlagzeilen in der Zeitung, das kenne ich von 1994“, sagte er im Anschluss an die 3:4-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Sechzehntelfinale.
Besonders kritisch sah er die Rolle der Familien rund um das Team. „Ich weiß nicht, warum man die ganzen Familien von Anfang an dabei haben muss nach jedem Spiel. Dann geht's um Reisemöglichkeiten, um Hotelbuchungen - das war doch alles Thema in der Mannschaft, dass der eine sauer war auf den anderen“, so die Legende von Bayern München.
Lothar Matthäus' knallhartes Urteil über Julian Nagelsmann
Matthäus schilderte den Unmut über die ungleichen Bedingungen: „Beim einen durfte die Mama mitfliegen, beim anderen die Frau oder die Kinder – und die anderen mussten mit der Linienmaschine fliegen.“ Es habe „viel Unruhe“ geherrscht und der Fokus auf das Sportliche sei verloren gegangen. Er plädierte dafür, dass Angehörige erst später anreisen sollten – „nach dem Viertelfinale, wenn die Mannschaft etwas geleistet hat“.
Der Weltmeister-Kapitän von 1990 erwähnte „viele Themen, die vielleicht wichtiger waren als das, was auf dem Fußballplatz passierte“. Eine ähnliche Situation habe es schon bei der WM 1994 in den USA gegeben, als Deutschland im Viertelfinale mit 1:2 gegen Bulgarien ausschied. (red)

