Kommentar zum Corona-Chaos Sorglosigkeit der Profis ist ein Spiel mit dem Feuer

Manuel Neuer, hier im Tor der Nationalmannschaft, muss in Quarantäne.

Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer, hier am 11. November 2021 beim 9:0 gegen Liechtenstein, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Die Corona-Fälle im Sport häufen sich. Besonders ärgerlich sind sie dort, wo sie auf die Sorglosigkeit der Profis oder der Verbände zurückzuführen sind. Denn angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage vieler Klubs ist sie ein Spiel mit dem Feuer, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie hält das Coronavirus auch die Sportwelt weiter fest in ihrem Griff. Und das wird noch eine ganze Weile so gehen. In der NHL sind inzwischen mehr als 70 Spiele verschoben, die Premier League musste beinahe ihren „Boxing Day“ absagen, die Darts-WM verkommt vom sportlichen Highlight zum Virus-Lotto.

Bei den wirtschaftlichen Zwängen, die unter anderem den durch Geisterspiele, Turnierabsagen und Saisonabbrüchen hart getroffenen Profi-Sport in die Knie zu zwingen drohen, ist es verständlich, dass die Klubs um jeden Zuschauer, um jedes Event ringen.

Corona: Profis ignorieren ihre Vorbildrolle

Umso ärgerlicher aber ist die Sorglosigkeit, mit der gerade so mancher Spitzenverdiener in diesen Tagen seine Vorbildrolle mit Füßen tritt. Das ist unprofessionell und ein Spiel mit dem Feuer!

Natürlich sehnt sich jeder nach ein paar Tagen Urlaub vor einem stressigen WM-Jahr. Doch während viele Leute versuchen, Kontakte möglichst zu vermeiden, jettet Bayern-Keeper Manuel Neuer (35) zum Entspannen (und Infizieren) auf die Malediven, PSG-Superstar Lionel Messi (34) nutzt die Zeit für einen Kurztrip in seine Heimat Argentinien, andere wie der (ungeimpfte) Wolfsburger Kevin Mbabu (26) oder Dan-Axel Zagadou (22, Borussia Dortmund) holen sich das Virus in Dubai und hängen nun dort in Quarantäne fest.

Auch die Verbände agieren am Rande der Verantwortungslosigkeit

So elementar die Gefahr durch das Virus für einige Vereine in den nächsten Monaten noch werden kann – es scheint, als hätten manche ihrer Angestellten auch nach zwei Jahren den Schuss noch nicht gehört. Das gilt natürlich auch für die Verbände, die wie etwa die US-Amerikaner die Quarantäne-Zeit immer mehr verkürzen oder wie der Darts-Verband PDC, der den Pfeile-Stars lediglich vorschreibt, sich selbst privat zu testen. Manipulation ist da Tür und Tor geöffnet, und das Virus hat im dicht besetzten Ally Pally unter Aktiven wie Zuschauern so natürlich leichtes Spiel.

Das Virus wird uns noch eine Weile erhalten bleiben. Und es zwingt uns dazu, unser Leben anzupassen. Gerade Profisportler haben hier eine besondere Verantwortung, denn sie kassieren sehr viel Geld dafür, ihren Körper optimal in Schuss zu halten und leistungsbereit zu sein. Und die Sorglosigkeit, mit der so mancher agiert, ist da schlicht verantwortungslos.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.