WM-Krimi in Mexiko: Fans gewinnen Streit um Gratis-Tickets.
Irre WM-PosseUralt-Vertrag sichert Fans kostenlose Plätze im Aztekenstadion

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Ein Fußball-Tempel in über 2200 Metern überm Meer. (Archivbild)
Was für ein Krimi in Mexiko-Stadt! Kurz vor dem WM-Start bahnt sich in dem Streit um einen 99-Jahre-Vertrag für das legendäre Aztekenstadion eine Lösung an. Es ging um alles für rund 14.000 Besitzer von Logen sowie Dauerplätzen. Sie hatten auf ihr Recht gepocht, das Eröffnungsspiel des Turniers und vier weitere WM-Partien im berühmten Fußball-Tempel gratis mitzuerleben. Jetzt die Kehrtwende: Der Stadionbetreiber hat laut eigenen Angaben etwa 63 Millionen US-Dollar an die FIFA überwiesen, um die Tickets für die Dauerkarteninhaber zu garantieren.
Die unglaubliche Geschichte hinter dem Deal
Die Story ist filmreif: Als beim Bau der Arena während der 1960er-Jahre die Finanzmittel knapp wurden, hatte der damalige Betreiber eine geniale Idee. Er veräußerte 600 Logen und zusätzlich 8.000 Sitzplätze an zahlungskräftige Fußball-Liebhaber. Die Gegenleistung war ein Versprechen für die Ewigkeit: Sie erhielten die Berechtigung, 99 Jahre lang (also bis 2065) sämtliche Veranstaltungen im Stadion ohne Kosten zu besuchen.
Der Haken an der Sache: Der aktuelle Betreiber Ollamani vergaß anscheinend, die FIFA von dieser besonderen Abmachung in Kenntnis zu setzen. Man hegte wohl die Befürchtung, das Aztekenstadion könnte unter diesen Voraussetzungen nicht als Austragungsort für die WM 2026 berücksichtigt werden.
Dabei ist die Arena eine wahre Ikone. Bereits 1970 sowie 1986 wurden dort zwei WM-Turniere eröffnet. Beide Male fanden auch die Finalpartien im Aztekenstadion statt, das auf einer Höhe von mehr als 2.200 Metern thront. In diesem Jahr ist Mexiko jedoch nur Co-Gastgeber, denn weitere Spiele finden in den Vereinigten Staaten sowie Kanada statt.
Fans ziehen vor Gericht – und gewinnen!
Die Inhaber der Karten ließen sich das nicht bieten und zogen mit ihrem Verband, der «Asociación Mexicana de Titulares de Palcos y Plateas» (AMTPP), vor den Kadi, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Daraufhin versuchten die FIFA und der Betreiber Ollamani, die Fans mit fiesen Tricks auszubooten: Das Mitbringen eigener Verpflegung wurde untersagt, stattdessen bot man ihnen teure Pakete im Wert von Tausenden Dollar an. Obendrein drohte man mit Stadionverboten, falls die Tickets auf dem Schwarzmarkt landen sollten. Beide Manöver wurden jedoch gerichtlich gekippt. (dpa/red)
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