Schläge gegen fixierten Fan Polizei-Gewalt vor brisantem Hamburg-Derby – Aufklärung gefordert

Das Lokalderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV elektrisiert Hamburg, doch schon vor Spielbeginn ereigneten sich rund um das Millerntor-Stadion unschöne Szenen.

Das Hamburger Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV hatte noch gar nicht begonnen, da schrieb die Partie auch schon wegen eines großen Einsatzes der Polizei Negativ-Schlagzeilen.

Ein Video in den sozialen Netzwerken zeigte im Vorlauf der für Freitag (14. Oktober 2022, 18.30 Uhr) angesetzten Partie eine Maßnahme der Einsatzkräfte gegen mehrere Personen, bei der besonders ein Beamter auffällig brutal gegen einen bereits wehrlose Menschen zu Werke ging.

Hamburg-Derby: Polizei geht rabiat gegen Fans vor

In dem rund eine Minute langen Clip, der bei Twitter kursierte, werden mehrere Menschen von der Bereitschaftspolizei im Umfeld des Millerntor-Stadions festgesetzt. Obwohl ein Mann bereits von zwei Beamten zu Boden gebracht und fixiert wird, schlägt einer von ihnen mehrmals mit der Faust auf ihn ein, trifft den Bauchbereich wiederholt mit voller Kraft.

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Kurz darauf folgen sogar noch zwei Hiebe mit dem Ellenbogen in den Nacken des auf dem Bauch liegenden Mannes. Im Radius von wenigen Metern ist zu sehen, wie weitere mutmaßliche Fußballfans von der Bundespolizei festgesetzt werden, hier allerdings ohne die deutlich überzogene Härte.

Die Szene soll in Zusammenhang mit ersten Scharmützeln rund um das Stadion gestanden haben, als Pauli-Fans laut „Hamburger Morgenpost“ auf den Fan-Marsch des HSV-Anhangs getroffen waren. Die Polizei teilte mit, dass „Teile dieser Gruppe in Gewahrsam genommen“ wurde.

Polizei-Einsatz vor St. Pauli - HSV in der Kritik

Im Video sind aus dem Hintergrund immer wieder entsetzte Schreie von Beobachterinnen und Beobachtern zu hören. „Hör auf damit!“, ruft eine Frau dem Polizisten zu. „Ein im Internet kursierendes Video zeigt eine solche Ingewahrsamnahme, bei der ein Polizist Zwang in Form von körperlicher Gewalt anwendet“, twitterte die Polizei.

Der FC St. Pauli meldete sich umgehend bei Twitter und forderte eine Aufklärung des Einsatzes. Das Statement im Wortlauf: „Auf dem Heiligengeistfeld hat es einen massiven Polizeieinsatz gegeben, mehrere Personen wurden verletzt. Angesichts vorliegender Videos und Augenzeugenberichten stellt sich die dringende Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Der FC St. Pauli fordert Aufklärung.“

Die Polizei hatte sich mit großen Kräften auf mögliche Ausschreitungen rund um das erste ausverkaufte Lokalduell seit Ausbruch der Corona-Pandemie vorbereitet.

Der überharte Einsatz des betreffenden Polizisten dürfte mit Blick auf den zu diesem Zeitpunkt weitgehend bewegungsunfähigen Mann durch kaum etwas zu rechtfertigen sein. Für den weiteren Verlauf des Abends wird mit einem abschließenden Bericht der Hamburger Polizei gerechnet, die gemeinsam mit der Bundespolizei beim Großeinsatz vor Ort ist. (bc)

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