Am Sonntag findet bei der WM 2026 das Spiel zwischen Mexiko und England statt, um die Anstoßzeit hatte es am Freitag großen Wirbel gegeben. Die Spekulationen reißen nicht ab.
Gerüchte um Fifa-PosseVerlegung von WM-Spiel: Was steckte wirklich dahinter?

Alleine schon die Nachricht schlug ein wie der Blitz: Am Freitagabend (3. Juli 2026) machte plötzlich die Meldung die Runde, dass der Achtelfinal-Kracher zwischen Mexiko und England wegen Wetter-Sorgen um sechs Stunden vorverlegt werden solle.
Statt um 18 Uhr Ortszeit (2 Uhr deutscher Zeit) sollte das Spiel am Sonntag sechs Stunden früher angepfiffen werden – also bereits um 12 Uhr Ortszeit in Mexiko-Stadt. Nachdem es massiven Protest von beiden Verbänden gegeben hatte, vollzog die Fifa wieder einen Rückzieher und machte die Verlegungs-Diskussion endgültig zu einer Termin-Posse.
England-Spiel in Mexiko sollte vorverlegt werden
Die Spekulationen um eine Verlegung des Spiels wegen einer Warnung vor schweren Gewittern hatte Kommentator Andrés Vaca vom mexikanischen TV-Imperium Televisa befeuert.
Als einer der übertragenden Kanäle hatte der einheimische Sender offenbar frühe Hinweise zu den Plänen der Fifa erhalten. Vaca verbreitete seine Informationen daraufhin beim Kurznachrichtendienst X.
Schnell sprangen auch andere Medien auf die Meldung auf, darunter auch die britische BBC. Der öffentlich-rechtliche Sender schrieb daher später, als die Verlegungs-Pläne wieder verworfen wurden, von einer „Kehrtwende der Fifa“. Auch anderen Quellen zufolge galt die Verlegung zwischenzeitlich praktisch als beschlossene Sache.
Weil es zu keiner Zeit eine offizielle Mitteilung des Fußball-Weltverbandes gab, blieb jedoch offen, wie genau der Prozess ablief und warum es letztlich nicht zur Verlegung kam. Dabei sei dieser Plan laut Berichten aus Mexiko bereits dem Stadionbetreiber mitgeteilt worden, um die Ablaufpläne für den Spieltag schnellstmöglich anzupassen.
Wer wird Weltmeister?
Besonders in Mexiko wird seit Aufkommen der ersten Meldungen heftig über die Hintergründe spekuliert. Die Gewitterwarnung gilt dabei nur als einer von mehreren möglichen Gründen. Entscheidender könnten nach Auffassung verschiedener Journalisten auch Sicherheitsbedenken vor zu stark ausufernden Feierlichkeiten in der Hauptstadt sein.
Mit der von Spiel zu Spiel gesteigerten Euphorie hatten sich in Mexiko-Stadt und in anderen Landesteilen immer wildere Szenen ereignet. Die spektakulären Bilder hatten eine Schattenseite: Inmitten der immer größer werdenden Menschenmassen war es auf den verschiedenen Fanmeilen zu Überfüllung und entsprechendem Gedränge gekommen.
Alleine nach dem Sieg über Ecuador im Sechzehntelfinale (2:0) gab es unter den 1,4 Millionen Fans rund um den Prachtboulevard Reforma vier Todesopfer, die in der Menge kollabierten.
Über 1600 Menschen waren laut Behördenangaben im Aztekenstadion und bei den Feierlichkeiten in der Stadt behandelt worden – unter anderem wegen Prellungen, Knochenbrüchen, Alkoholvergiftungen und Angstanfällen.
Mehrere Todesfälle rund um WM-Spiele in Mexiko
Deutlich weniger Zeit für ausgiebigen Alkoholkonsum vor dem Spiel und ein Nachlauf bei Tageslicht wären aus Sicherheitsgründen die deutlich bessere Kombination als ein Abendspiel mit möglichen Feierlichkeiten bis tief in die Nacht.
Dass diese Überlegungen ein Faktor gewesen seien, betonte unter anderem Reporter Rodolfo Landeros von Fox Sports. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bereits in den vergangenen Tagen massiv erhöht worden, der Zugang zur Fanmeile soll am Sonntag auf 25.000 Personen beschränkt werden, das Aufgebot an Sicherheitskräften ist enorm.
Schon zuvor war es auch außerhalb von Mexiko-Stadt zu Todesfällen gekommen. Ein Autofahrer war in Cabo San Lucas von einer wütenden Meute gelyncht und dabei zu Tode geprügelt worden, nachdem er in Panik in eine feiernde Menschenmenge gefahren war, die sich euphorisiert um sein Fahrzeug versammelt hatte.
Vereinzelt wurde gar berichtet, die mexikanische Politik hätte wegen der Anstoßzeit einen Vorstoß bei der Fifa unternommen, eine Bestätigung für diese Meldungen gibt es allerdings nicht. Die Spekulationen reißen daher nicht ab. Gewissheit gibt es lediglich bei der Anstoßzeit, die nun endgültig unangetastet bleibt.
