Gianni Infantino hat es mit seinen Investoren-Plänen für die Fußball-WM zu weit getrieben. Längst haben die Machtspielchen um seine Zukunft begonnen.
Geheimplan mit Infantino?Spektakuläre Gerüchte um WM-Gastgeber

Die Höhenluft ist Gianni Infantino (56) aus seiner Schweizer Heimat bestens bekannt, doch beruflich war die Luft für den Fifa-Präsidenten noch nie so dünn wie aktuell.
Nachdem der Boss des Fußball-Weltverbandes in seiner endlosen Gier nach neuen Milliarden-Einnahmen gegriffen und dabei Teile der Weltmeisterschaft an Investoren verkaufen wollte, ist der Widerstand gegen den bei Fans ohnehin extrem unbeliebten Funktionär gewaltig. Infantino klammert sich derweil an seine Unterstützer.
Infantino angeblich mit großem Versprechen bei Wiederwahl
Am Montag (10. August 2026) kassierte Infantino den nächsten Tiefschlag, als mit den Kontinentalverbänden aus Europa (Uefa), Nord- und Mittelamerika (Concacaf) und Asien (AFC) drei Konföderationen in einem offenen Brief ihre Kritik an der Fifa erneuerten.
Die WM-Co-Gastgeber USA und Kanada haben sich mit ihren Fußballverbänden der Kritik angeschlossen. Beide erklärten, sie „stehen gemeinsam mit unseren Kollegen auf der ganzen Welt für sinnvolle Veränderungen ein, die die Führung, Transparenz und Rechenschaftspflicht der Fifa stärken.“
Mit einem gemeinsamen öffentlichen Brief hatten die Fußballdachverbände aus Europa, Nord- und Mittelamerika und Asien zuvor den Druck auf Infantino erhöht. Als großer Abtrünniger aus dem Dreierbund rückt der dritte WM-Gastgeber Mexiko in der Rolle des unerschütterlichen Unterstützers für den Fifa-Boss in den Fokus – allerdings nicht bloß aus Dankbarkeit für die WM im eigenen Land.
Der Journalist Martin del Palacio Langer berichtete am Montag im Podcast „Desde el VAR“, dass der mexikanische Verband gemeinsam mit Infantino einen spektakulären Geheimplan verfolge: den Umzug nach Südamerika!
Infantino habe dem mexikanischen Fußball-Boss Mikel Arriola (50) demnach in Aussicht gestellt, in die südamerikanische Konföderation Conmebol wechseln zu dürfen, sofern er im kommenden Jahr im Amt bestätigt werde. Der Schritt wäre vergleichbar mit dem Wechsel Australiens von Ozeanien nach Asien im Jahr 2005.
Sportlich wäre der Umzug auf den Nachbar-Kontinent für Mexiko ein großer Gewinn: Statt der vielen sportlich wertlosen Spiele gegen extreme Außenseiter winken regelmäßige attraktive Pflichtspiele gegen Größen wie Argentinien, Brasilien, Kolumbien oder Uruguay.
Arriola, der den Fußball im Land in den vergangenen Jahren vor allem nach finanziellen Kriterien regiert und in der heimischen Liga etwa den Abstieg abgeschafft hatte, dürften derartige Aussichten bei der Vermarktung der Nationalmannschaft entgegenkommen. Er gilt als enger Infantino-Vertrauter.
Mexiko und die Conmebol hatten sich in der Vergangenheit auf verschiedenen Ebenen angenähert. Bis 2016 spielten mexikanische Vereine auch als Gast-Mannschaften in der Copa Libertadores, der südamerikanischen Champions League, mit. Alle folgenden Versuche, die Prestige-Auftritte wieder in den mexikanischen Liga-Kalender zu integrieren, waren in den vergangenen Jahren jedoch gescheitert.
Das drohende Exit-Szenario würde wiederum den Druck auf den nord- und mittelamerikanischen Verband erhöhen, dessen größtes sportliches Zugpferd die Dauerrivalität zwischen Mexiko und den USA ist. Sollten diese Begegnungen wegfallen, würde auch der Gold-Cup als Kontinentalmeisterschaft viel an Strahlkraft verlieren. (mit sid)

