Profi feiert sein Coming-out „Ich bin Fußballspieler und ich bin schwul“

Der homosexuelle Josh Cavallo schießt den Ball.

Josh Cavallo beim A-League-Spiel am 18. April 2021 gegen den FC Sydney.

Homosexualität und Fußball: Ein sensibles Thema. Trotzdem hat sich nun ein australischer Profi dazu entschlossen, seine Homosexualität zu verkünden und sich als schwul zu outen.

Adelaide. Dass sich ein männlicher Fußballer über seine Homosexualität äußert, ist ungewöhnlich. Die Angst vor den Reaktionen ist riesig. Ein australischer Fußballprofi ist diesen Schritt nun gegangen und machte offiziell bekannt, schwul zu sein.

Es handelt sich um den Australier Josh Cavallo (22). Er spielt als Linksverteidiger für den australischen Erstligisten Adelaide United und absolvierte ein Spiel für die U20-Nationalmannschaft.

Josh Cavallo ist homosexuell: „Spürte das Bedürfnis, mich zu verstecken“

In einer emotionalen Videobotschaft hatte sich der australische Fußballer Cavallo am Mittwoch (27. Oktober 2021) an seine Fans gewandt: „Ich bin ein Fußballspieler, und ich bin schwul.“

„Als ich aufwuchs, spürte ich immer das Bedürfnis, mich zu verstecken, weil ich mich geschämt habe“, erklärt Cavallo, der mit seinem Coming-out anderen homosexuellen Fußballern Mut machen wolle. Jahrelang habe er ein Doppelleben führen müssen, um seinen Traum vom Fußballprofi verwirklichen zu können.

Josh Cavallo bekommt Unterstützung durch die Mitspieler

Die Unterstützung die er von seiner Familie und seinen Freunden, aber auch von seinen Mitspielern für diesen Schritt bekommen habe, sei „unglaublich“ gewesen. Nun frage er sich, warum er ein so langes Versteckspiel gespielt habe.

Cavallo möchte mit seiner Videobotschaft demonstrieren, dass es „okay ist, schwul zu sein und Fußball zu spielen.“ Seine Devise lautet: „Sei du selbst.“

In Deutschland gibt es bislang übrigens keinen aktiven Profifußballer, der öffentlich seine Homosexualität bekannt gegeben hat. Anders verhält es sich mit Ex-Profis: 2014 verkündete der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der in Deutschland für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg auflief, dass er schwul ist. Im Anschluss erntete er für seinen Schritt viel Anerkennung und Zuspruch.

Nochmal anders sieht es beim Frauenfußball aus: Allein bei der WM 2019 in Frankreich spielten über 50 Frauen mit, die sich zuvor über ihre Homo- oder Bisexualität geäußert hatten. Dort ist gleichgeschlechtliche Liebe kein Tabuthema. (jm)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.