In der 3. Liga soll Matthias Zimmermann bei Fortuna Düsseldorf eine wichtige Rolle übernehmen. Für die Abgänge seiner ehemaligen Kollegen hat er nur teilweise Verständnis.
Ex-Kollegen flüchtenZimmermann zeigt als einziger Liebe zur Fortuna

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Im Training gibt Matthias Zimmermann immer 100 Prozent.

Nach der sportlichen Katastrophe mit dem bitteren Abstieg in die 3. Liga war lange offen, welche Profis bei der Fortuna bleiben würden. Rund zwei Monate später ist klar: Lediglich Matthias Zimmermann (34) ist an Bord geblieben. Alle anderen Spieler mit einem auslaufenden Vertrag haben das sinkende Schiff verlassen.
Keiner von ihnen verspürte das Bedürfnis, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Stattdessen sind einige von ihnen noch auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber – vorzugsweise natürlich in der 2. Bundesliga.
Zimmermann: „Ich will hier anpacken und das Wir-Gefühl zurückbringen“
Für Zimmermann unverständlich: „Im Endeffekt muss sich jeder selber an die eigene Nase fassen und gucken, was man in den letzten Jahren hier gegeben hat. Wie will ich gehen? Wie will ich den Verein verlassen? Da kann ich nur für mich sprechen.“
Nach der schwierigen Zeit will der Rechtsverteidiger neu angreifen: „Das letzte Jahr war nicht schön, wir sind auf die Fresse gefallen. Fortuna gehört da nicht hin. Aber das ist Vergangenheit, jetzt müssen wir wieder aufstehen. Wir müssen anpacken und ich bin bereit, anzupacken. Weil die Fortuna einfach etwas Besonderes ist für mich.“
Appelkamp, Iyoha und Co. sahen das allerdings etwas anders. Die Gespräche mit den Verantwortlichen konnten sie nicht von einem Verbleib überzeugen. Anschließend folgten überschwängliche Abschieds-Statements auf Instagram. Von den Fans der Rot-Weißen hagelte es dafür kritische Reaktionen.
Zimmermann will dabei helfen, die zerstörte Bindung zu den Fans wiederherzustellen: „Da muss sich jeder hinterfragen, ob das was Besonderes für ihn war. Wenn andere da nicht mitgehen wollen, dann ist das so im Leben. Ich will hier was anpacken und das Wir-Gefühl zurückbringen. In den letzten Jahren ist viel kaputtgegangen und das müssen wir wieder aufbauen.“
Zimmermann hat Angebote aus dem Ausland abgelehnt
Viel Zeit zum Nachdenken brauchte der Routinier vor seiner Vertragsverlängerung nicht. Trotz zweier lukrativer Angebote aus dem Ausland entschied sich der Abräumer für Düsseldorf und ein weiteres Jahr bei den Profis.
Nicht erst seit der Geburt seiner Tochter ist die Stadt ihm ans Herz gewachsen: „Als ich vor acht Jahren herkam, haben mich die Fans aufgenommen, als wäre ich einer von ihnen. Die haben mich immer unterstützt und nie hängengelassen. Ich stehe mit beiden Beinen auf dem Boden und versuche immer, 100 Prozent zu geben, das kommt gut an bei den Fans. Mittlerweile bin ich Fortune und das ist meine zweite Heimat. Deswegen gab es viele Gründe, hierzubleiben.“
Sowohl Sportvorstand Samir Arabi (47) als auch dessen Vorgänger Sven Mislintat (53) konnten „Zimbo“ überzeugen: „Ich hatte gute Gespräche mit dem Trainer und vorher mit Sven und dann mit Samir. Die haben mir das schmackhaft gemacht, auch weil die mich langfristig hier binden wollen. Ich bleibe der Fortuna treu und nehme dann in der U23 die jungen Talente an die Hand. Das liegt mir einfach.“
Bevor er jedoch seine Karriere in der U23 ausklingen lässt, steht noch eine wichtige Saison in der 3. Liga auf dem Programm. Dort soll er als Führungsspieler vorangehen und könnte sogar die Binde am Arm tragen. Die Fans würden sich sicherlich freuen, schließlich ist er der Einzige, der seine Liebe zur Fortuna auch außerhalb von einem Abschieds-Statement unter Beweis gestellt hat.
