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Kein Karnevals-Sieg in DüsseldorfGlückloser Abstiegs-Krampf gegen die Keller-Konkurrenz

Wortgefecht zwischen Christopher Lenz und Jano ter Horst.

Copyright: IMAGO/Beautiful Sports

Im zeitweise hitzigen Duell zwischen Fortuna Düsseldorf und Preußen Münster gab es deutlich mehr Karten als Tore.

Kein Sieg für Fortuna Düsseldorf gegen Kellerkonkurrent Preußen Münster: Den vielen verkleideten Fans auf den Tribünen war der ganz große Schunkel-Moment nicht vergönnt.

Egal ob Rentier, Weihnachtsmann oder Panzerknacker, am Karnevals-Freitag pilgerten Tausende Fortuna-Fans in jecker Montur zum wichtigen Keller-Duell gegen Preußen Münster. Dabei wollten die Anhänger den vierten Heimsieg in Serie sehen.

Vor der Partie war der Druck groß – das klassische Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Doch von Nervosität war von der ersten Sekunde an keine Spur.

Fortuna-Chance per Freistoß im Strafraum

Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang startete mit viel Energie ins Spiel und zwang die Gäste damit häufiger zu Ballverlusten. In der 18. Spielminute so erfolgreich, dass Tanaka mit seinem Pressing Schulz zu einem ungenauen Rückpass zu Münster-Keeper Schenk zwang.

Um das Eigentor noch zu verhindern, musste der Torhüter zur Parade ansetzen und den Ball aufnehmen. Schiedsrichter Robert Kampka zögerte keine Sekunde und entschied folgerichtig auf indirekten Freistoß für die Fortuna.

Nach längerer Beratung probierte es Muslija aus rund fünf Metern mit einem kläglichen Gewalt-Schuss, Münster verbarrikadierte den eigenen Kasten mit Mann und Maus und konnte den ideenlosen Versuch abblocken – da wäre mehr drin gewesen.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit wurde die Partie dann immer giftiger. Für beide Seiten verteilte Schiri Kampka großzügig Verwarnungen. Die deutlich bessere Mannschaft war dabei die Fortuna, doch die Überlegenheit konnte das Team nicht in die Führung ummünzen.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich dann auch im zweiten Durchgang ab: Düsseldorf machte das Spiel, doch der entscheidende Pass auf Torgarant Cedric Itten war entweder zu ungenau oder wurde von der gegnerischen Defensive gut antizipiert. Auch die zahlreichen Flanken fanden keinen Abnehmer in der Mitte.

Ein Problem, was die Mannschaft schon die ganze Saison über begleitet – nicht ohne Grund stellt Fortuna mit nur 20 Toren nach 22 Spielen die harmloseste Offensive der gesamten Liga.

Zusätzlich zu den vielen Stockfehlern auf beiden Seiten kam bei den Rot-Weißen dann auch noch das eigene Unvermögen im Abschluss dazu: Nach einer Flanke von El Azzouzi in den Rückraum versuchte es der aufgerückte Suso mit einem satten Distanzschuss. Wieder landete die Kugel zu zentral und bereitete Münsters Torhüter Schenk keine Probleme.

Anfang ärgert sich über verschenkte Freistoß-Chance

Eine der größten Chancen des Spiels hatten dann erwartungsgemäß wieder die Hausherren. Der eingewechselte Iyoha setzte sich auf dem linken Flügel sehenswert durch und stach in den Sechzehner. Mit einer scharfen Flanke folgte die Hereingabe auf den zweiten Pfosten. Dort verpasste der ebenfalls eingewechselte und heranrauschende Zimmermann die Kugel nur um wenige Zentimeter.

Die Aktion sorgte bei den Zuschauerinnen und Zuschauern in der Arena für ein Raunen, doch auch bei den Gästen ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. In der 87. hatten Münster plötzlich die große Chance auf den Auswärtssieg. Eine scharfe Flanke von Ter Horst segelte jedoch hauchzart an Kastenmeier und Raschl vorbei ins Toraus.

In der heißen Schlussphase der Partie warfen dann beide Teams noch einmal alles in die Waagschale, doch der goldene Treffer sollte nicht mehr fallen.

Nach dem Spiel bilanzierte Trainer Markus Anfang: „Wir haben viel investiert und ich finde, dass wir sehr hoch, sehr mutig und sehr aggressiv verteidigt haben. Wir haben den Gegner gar nicht ins Spiel kommen lassen. Die Ballgewinne hatten wir in guten Zonen, da haben wir es aber nicht geschafft, sauber und klar nach vorn zu spielen. Wenn wir das besser spielen, wären wir viel mehr zu Abschlüssen und zu Torgefahr gekommen. Das haben wir nicht geschafft.“

Besonders dem missglückten indirekten Freistoß von Florent Muslija trauerte der Coach nach dem Duell hinterher: „Die größte Chance des Spiels war der Freistoß. Den können wir auch besser ausspielen, wenn wir da einfach auf Eli (Elias Egouli Anm. d. Red.) rüberspielen, dann schiebt er den Ball ins leere Tor. Ansonsten war es ein Abnutzungskampf beider Mannschaften. Beide Teams haben sehr intensiv Fußball gespielt mit sehr vielen Fehlern. Wir waren auch nicht so sauber und klar, fußballerisch können wir viel mehr.“

Dass seine Mannschaft mehr kann als ein torloses Unentschieden gegen den Tabellensechzehnten, muss das Team dann kommende Woche gegen Darmstadt beweisen. Immerhin: Durch den Punktgewinn hat man die direkte Konkurrenz aus Münster weiter auf Abstand gehalten.

Markus Anfang hat auch einige positive Dinge gesehen und kann deswegen mit dem Punkt leben: „Wir haben investiert und zu Null gespielt, das ist positiv. Nach vorne müssen wir viele Dinge klarer ausspielen, das haben wir heute nicht geschafft. Auch wenn der Expected-Goals-Wert von uns deutlich besser war, das hilft dir nicht zwangsläufig. Das war heute kein fußballerischer Leckerbissen, das war ein Kampf-Spiel und am Ende mit dem Unentschieden auch in Ordnung. Wir nehmen den Punkt mit und müssen jetzt regenerieren.“

Markus Anfang lacht, während er sich mit der linken Hand einen Kopfhörer ins Ohr steckt.

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