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Faustschlag im AmateurfußballNach Attacke auf minderjährigen Schiri alle Spiele abgesagt

Schiedsrichterassistent

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Nach dem Angriff auf einen Linienrichter wird im Westen Thüringens kein Fußball gespielt. (Archivbild)

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Nach Angriff auf einen jugendlichen Schiri-Assistenten: Kompletter Spieltag eines Kreisverbandes abgesagt!

Ein körperlicher Angriff auf einen jugendlichen Schiri-Assistenten sorgt für ein Beben im Fußball. Ein kompletter Kreisverband zieht die Reißleine – und streicht für das Wochenende den gesamten Spielbetrieb der Männer.

Was ist da los gewesen? Bei der Partie der Kreisoberliga zwischen dem EFC 08 Ruhla und dem FC Eisenach am vergangenen Sonntag flog ein Spieler aus Eisenach mit Gelb-Rot vom Platz. Im anschließenden Tumult kam es laut Angaben des Kreisfußballausschusses (KFA) zu einem „Faustschlag in den Brustkorb“ des jugendlichen Linienrichters.

Wegen Schiri-Streik: Alle Männer-Partien abgesagt

Die Begegnung wurde umgehend beendet, ein Rettungswagen kam zum Einsatz. Zum Glück war die Blessur des jungen Assistenten am Ende nicht schwerwiegend.

Als Konsequenz aus der Attacke hat der Kreisfußballausschuss Westthüringen (KFA) zu einem drastischen Mittel gegriffen: Die Unparteiischen legen von Freitag bis Sonntag (15. bis 17. Mai) ihre Arbeit nieder, das Gremium wird keine Schiedsrichter abstellen.

Aus diesem Grund werden alle Begegnungen der Kreisoberliga, der Kreisliga sowie der 1. Kreisklasse nicht ausgetragen, wie der KFA in einem öffentlichen Schreiben verkündete. Die Spiele müssen neu angesetzt werden.

Für den Verband ist damit eine rote Linie überschritten. „Dieser Vorfall stellt den bisherigen Höhepunkt einer erschütternden Entwicklung dar. Seit Jahren spüren wir eine zunehmende Verrohung der Sitten auf unseren Sportplätzen“, ließ der KFA verlauten. „Beleidigungen, Diskriminierungen und Gewalthandlungen halten Einzug auf unsere Sportplätze.“

Das Gremium sei sich im Klaren, „dass das Absetzen eines gesamten Spieltags im Männerbereich eine drastische Maßnahme darstellt“. Es sei aber zwingend, einen „derart grenzüberschreitender Vorfall mit aller Deutlichkeit und Konsequenz beantwortet werden“. Für den KFA sei unstrittig, „dass nun eine Grenze erreicht ist, die eine entschlossene Reaktion unsererseits erforderlich“ mache.

Klub stellt Spieler frei – zweifelt aber an der Schilderung

Der FC Eisenach drückte sein Bedauern über das Geschehen aus und hat den entsprechenden Spieler vorerst vom Spielbetrieb freigestellt. Pikant ist allerdings die weitere Stellungnahme des Klubs: Das Ereignis habe sich nach deren Informationen nicht so zugetragen, wie es dargestellt wurde.

Trotzdem trägt der Verein die Entscheidung des Fußballausschusses mit, um „ein Zeichen zu setzen gegen jegliche Form von Gewalt“.

Die Partien der Jugend, der Damen und der Alten Herren werden am Wochenende ausgetragen. Bei diesen Spielen ist eine besondere Geste geplant: In der 10. Spielminute werden die Begegnungen für fünf Minuten pausiert. Alle Akteurinnen und Akteure sollen sich in dieser Phase in ihre Strafräume begeben, derweil der Schiedsrichter im Mittelkreis ausharrt. Eine Ansage per Lautsprecher wird die Geste untermalen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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