ZDF hat genug Hass gegen Neumann können wir nicht mehr ertragen

Die ZDF-Sportreporterin Claudia Neumann bei einer Pressekonferenz im April 2016.

ZDF-Reporterin Claudia Neumann, hier ein Foto aus dem Jahr 2016, ist bei der EM im Einsatz.

Das ZDF hat genug. Regelmäßig werden der Sender und seine EM-Kommentatoren bei Twitter mit Hassreaktionen überflutet. Am Montag (21. Juni) hat die Social-Media-Abteilung des ZDF-Sportstudios nun eine klare Stellungnahme abgegeben. Es reicht…

Köln. Das ZDF hat am Montagnachmittag auf Twitter etwas in eigener Sache an alle Fans geschrieben: „Der Austausch mit euch ist uns wichtig! Vor allem während eines Großereignisses wie der Fußball-Europameisterschaft. Leider nutzen einige die Anonymität hier für Hassbotschaften, Beleidigungen und Sexismus. Das ist für uns ein No-Go.“

ZDF reicht es: Zu viel Hass und Sexismus gegen Claudia Neumann

Dazu veröffentlichte der Sender eine kleine Sammlung. Es sind üble Sprüche und oft der pure Hass. Das ZDF schreibt zu den Twitter-Anfeidnungen: „Kommentare, die wir nicht mehr sehen können, wenn Claudia Neumann bei uns ein Spiel kommentiert.“

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Dann folgen Beispiele:
„Frauenstimmen passen nicht zum Fußball.“ „Hört sich an, als säße da ein Frosch.“ „Die soll lieber Let’s Dance kommentieren.“ „Lasst bitte wieder nur Männer ran.“ „Lasst bitte wieder nur Männer ran.“ „Die blöde Alte wieder.“ „Die blöde Alte wieder.“ „In der idealen Welt wäre Neumann im Schweigekloster.“ „Darum schicken wir unsere Frauen extra weg beim Fußball.“ „Eselsrennen-Kommentatoren kommentieren Pferderennen.“

Unerträglicher Hass für ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann. Der Sender geht noch mal in die Offensive und macht die Tiraden der Fans öffentlich: „Es geht uns nicht darum, Kritik zu unterbinden. Über konstruktives und sachliches Feedback freuen wir uns sehr! Die Beispiele haben jedoch mit Meinung oder Kritik nichts zu tun, sondern greifen unsere Kollegin persönlich an und verstoßen gegen jede Regel der Kommunikation.“

Wenn es zu krass wird, greift das ZDF auch zu anderen Mitteln, wie ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann erklärt: „Dann zeigen wir klare Kante. In wenigen Fällen müssen wir User verwarnen oder gar sperren und Kommentare löschen, wenn rote Linien überschritten werden."

ZDF: Social-Media-Team für Fußball-EM aufgestockt

Um immer Herr der Lage zu sein, hat das ZDF personell aufgestockt. Normalerweise sind im Social-Media-Team am Tag ein bis zwei Personen im Einsatz, bei der EM sind es mehr. „Wenn Claudia Neumann am Mikrofon sitzt, sind bis zu sechs Personen mit dem Community-Management beschäftigt", erklärte Fuhrmann.

Schon vor dem Turnier hatte das ZDF eine klare Ansage gemacht: „Hetze und Bashing gegen unsere Moderator:innen dulden wir ganz sicher nicht.“

Doch nicht alle halten sich daran. Viele Fans sorgen mit ihren Hasstiraden für Kopfschütteln. Ob die neuerliche Offensive des Senders etwas daran ändert, wird sich zeigen.

Bei der ARD sieht es übrigens ähnlich aus. Dort trifft es vor allem ARD-Expertin Almuth Schult. Über Twitter bekommt die ARD-Sportschau sogar sexistische Kommentare, wenn Claudia Neumann beim ZDF im Einsatz ist. Da verwechseln die Zuschauer vor lauter Hass die Sender... (ubo)

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