Ein rassistischer Ausruf sorgt beim Regionalligaspiel zwischen Zwickau und Erfurt für Aufregung. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, der Täter bleibt unerkannt. Welche Folgen drohen jetzt?
Täter noch nicht gefundenRegionalliga-Spiel von Eklat überschattet

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Spielunterbrechung in der Regionalliga Nordost nach einem rassistischen Vorfall in Zwickau.
Beim Spiel in der Fußball-Regionalliga zwischen dem FSV Zwickau und dem FC Rot-Weiß Erfurt soll es zu einer rassistischen Beleidigung gekommen sein.
Der Erfurter Spieler Raphael Assibey-Mensah berichtete nach dem Spiel von Anfeindungen gegen seinen Teamkollegen Benny Boboy und ihn. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Täter brüllte sogar nach Konfrontation weiter rum
„Benny hat einen Spieler gefoult und ein Mann aus dem Fanblock rief ‚Afrikaner raus!‘ Ich habe ihn direkt zur Rede gestellt, aber er hat weiter herumgebrüllt“, sagte Assibey-Mensah. „Wir sind nicht 1947. Der Osten hat sich entwickelt. Natürlich gibt es noch einige, die unterentwickelt sind.“
Schiedsrichter Johannes Schipke unterbrach nach dem Hinweis von Assibey-Mensah das Spiel für etwas mehr als fünf Minuten, den Täter konnte man offenbar nicht ausfindig machen.
„Ich habe auf ihn gezeigt. Komisch, dass man ihn nicht findet. Das ist für mich kein Zufall. Der muss raus. So wird kein Zeichen gesetzt, aber es ist allen egal“, sagte Assibey-Mensah.
Der Außenstürmer spielte einst selbst ein Jahr in Zwickau. Nun hofft der 26-Jährige, dass sein Ex-Klub handelt. „Der Verein kann nichts dafür, aber ich hoffe, dass der FSV ein Zeichen setzt und ein Stadionverbot ausspricht. Ich kann den Mann klar identifizieren“, sagte der gebürtige Leipziger.
Ein Nachspiel wird der Vorfall in jedem Fall haben. Schiedsrichter Schipke wird einen Bericht anfertigen. So könnte der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) ein Verfahren gegen den FSV Zwickau einleiten.
Vorstand André Beuchold bestätigte gegenüber der „Freien Presse“, der Polizei Videoaufnahmen zur Verfügung gestellt zu haben. „Natürlich versuchen wir denjenigen oder diejenigen aus den Zuschauerreihen zu ermitteln. Und wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, dann müssen und werden wir harte Konsequenzen ziehen“, sagte Beuchold. (dpa)

