Trump lobt den neuen NATO-Chef, doch dann folgt die Abrechnung. Spanien bezeichnete er als eine einzige „Horrorshow“.
US-Präsident rechnet abTrump kritisiert Deutschland und nennt Land „Horrorshow“

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US-Präsident Trump lobt NATO-Generalsekretär Rutte.
Erst das Lob, dann die Abrechnung: Donald Trump hat bei einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte ordentlich ausgeteilt. Während Rutte als „großartige Führungsperson“ gewürdigt wurde, bekamen die europäischen Partner ihr Fett weg.
Im Oval Office fand Trump warme Worte für seinen Gast. „Er ist ein Freund von mir, (...) ein großartiger Generalsekretär, jeder respektiert ihn“, so der Präsident. Ruttes Arbeit sei wirklich gut. Trump ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich glaube, wenn irgendjemand anderes in dieser Position wäre, würden wir uns heute gar nicht treffen, um ehrlich zu sein, denn wir wurden im Stich gelassen.“
Ruttes heikle Mission vor dem Nato-Gipfel
Für Rutte ist das Verhältnis zu Trump ein Balanceakt. Er gilt als jemand mit gutem Draht zum US-Präsidenten, muss sich aber auch den Vorwurf gefallen lassen, Trump zu sehr zu hofieren. Seine Reise nach Washington sollte die Spannungen vor dem anstehenden NATO-Gipfel in Ankara, der Hauptstadt der Türkei, abbauen.
Auslöser für den Ärger in Washington: Die Regierung um Trump hatte wiederholt die fehlende Unterstützung der Verbündeten im Konflikt mit dem Iran beklagt. Auf die Frage, ob er sich von den Europäern im Stich gelassen fühle, machte Trump seinem Ärger Luft.
„Ich war von Italien enttäuscht. Ich war vom Vereinigten Königreich enttäuscht. (...) Wir waren von Deutschland und Frankreich enttäuscht.“ Trump sagte, er habe die Bundesregierung im Iran-Krieg gebeten: „Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen. Aber sie haben nein gesagt“, kritisierte er, ohne Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) namentlich zu nennen. Dabei gäben die USA „hunderte Millionen Dollar“ für in Deutschland und ganz Europa stationierte Truppen aus, fügte Trump hinzu. Inmitten des Iran-Konflikts hatte das Pentagon den Abzug von 5000 Soldaten aus der Bundesrepublik angekündigt.
Die Liste der Enttäuschungen war lang. Doch ein Land traf es besonders hart: Spanien bezeichnete der Präsident als eine einzige „Horrorshow“.
Lob für Selenskyj: „Er ist mutig“
Ungewohntes Lob zollte Trump dagegen dem ukrainischen Präsidenten, nachdem der US-Präsident bei einem Treffen im Weißen Haus im Februar 2025 Selenskyj noch öffentlich gedemütigt hatte.
Auf die Frage eines Journalisten, ob Selenskyj den Krieg gegen Russland gewinne, sagte Trump: „Er schlägt sich ziemlich gut.“ Trump fügte hinzu: „Man muss sagen, er ist mutig. Er hat eine großartige Ausrüstung. Er hat großartige Männer, er hat Kämpfer.“
Trumps Kurswechsel gegenüber der Ukraine hatte sich bereits beim G7-Gipfel im französischen Evian Mitte Juni angedeutet, wo er Selenskyj persönlich traf. Als Zeichen des Erfolgs werteten Merz und andere, dass der US-Präsident verschärften Sanktionen gegen Russland zustimmte und Moskau aufrief, ein Friedensabkommen mit Kiew zu schließen. Zuvor hatte Trump imme
USA stellen NATO‑Beziehung auf den Prüfstand
Trotz der Generalabrechnung betonte Trump seinen Respekt für Rutte. Man werde nun die Lage analysieren und die Konsequenzen abwarten. Doch eine Drohung schwebt über allem: Vertreter der US-Regierung hatten bereits angekündigt, das Verhältnis der USA zur Nato neu zu bewerten. (dpa/afp/red)
