WM 2026: DFB fürchtet Kosten-Explosion und Finanz-Desaster
DFB fürchtet Millionen-LochGeschäftsführer Rettig warnt vor Verlustgeschäft bei WM 2026

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Die FIFA um Präsident Infantino freut sich über eine üppige Einnahme. (Archivbild)
Finanz-Schock bei WM 2026: DFB-Geschäftsführer fürchtet Kosten-Explosion – „Schwer, schwarze Zahlen zu schreiben“ Für die FIFA soll die WM 2026 ein Geldregen werden, aber für die Mannschaften droht ein finanzieller Albtraum. Der DFB schlägt nun Alarm wegen eines drohenden Desasters. Und das alles, noch ehe das Turnier überhaupt begonnen hat.
Die Angst vor einem massiven Minusgeschäft bei der kostspieligsten Weltmeisterschaft aller Zeiten wächst. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur macht DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig die Lage deutlich: „Auch wenn der Weltverband die Prämien nach Intervention der Föderationen angepasst hat, kann man schon heute absehen, dass es für eine europäische Nation, die nicht ins Halbfinale kommt, schwer wird, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben.“

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DFB-Geschäftsführer Rettig weist auf die besonderen Herausforderungen in Finanzfragen hin. (Archivbild)
Diese Sorgen teilt auch ein Experte aus der Domstadt. Professor Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln bestätigt die Befürchtungen. Er sagt: „Die WM wird Rekorde aufstellen im Bereich Kommerzialisierung. Es wird, begünstigt durch die Vergrößerung des Turniers, so hohe Einnahmen wie noch nie geben, aber auch die Kosten werden auf ein Rekordniveau klettern“. Sein klares Fazit: „Sicher ist auch schon jetzt, dass in dieser Gemengelage die FIFA am besten abschneiden wird.“
Milliarden-Gewinn für FIFA – aber die Ausgaben eskalieren
Die Summen sind gewaltig: Die FIFA kalkuliert allein für das Jahr der WM 2026 mit Einkünften von 8,911 Milliarden US-Dollar (etwa 7,65 Mrd. Euro). FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte Ende April, man sei „stolz darauf, sich in der finanziell stabilsten Position ihrer Geschichte zu befinden“, was eine „beispiellose“ Hilfe für alle Verbände ermögliche.
Für die teilnehmenden Mannschaften schnellen die Ausgaben jedoch in die Höhe. Mit 48 Teams, 104 Partien und gewaltigen Entfernungen zwischen den Spielorten in den USA, Mexiko und Kanada steigen die Aufwendungen für Reisen, Mitarbeiter und Quartiere massiv. DFB-Geschäftsführer Rettig verlangt deshalb: „Wünschenswert wäre, wenn die FIFA aus Fairnessgründen eine individualisierte Kostenerstattung für den jeweiligen Nationalverband bezogen auf die unterschiedlichen logistischen Herausforderungen vornehmen würde.“

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Sportökonom Breuer prognostiziert WM-Kosten auf Rekordniveau. (Archivbild)
Mehr Prämien, doch das Risiko ist nicht vom Tisch
Die FIFA hat zwar auf die Kritik reagiert und die Preisgelder angehoben; jetzt werden 871 Millionen US-Dollar anstatt 727 Millionen an die 48 Mannschaften verteilt. Jede teilnehmende Nation kann fest mit 10 Millionen US-Dollar Antrittsprämie sowie 2,5 Millionen für die Vorbereitungsphase kalkulieren. Dennoch bleiben die Verbände auf beträchtlichen eigenen Kosten sitzen.
Der Fachmann aus Köln, Breuer, gibt zu bedenken: „Die Verbände haben selbst einen großen Einfluss auf die Kostenstruktur, wenn es um die Wahl der Unterkünfte, die Reisemittel und Größen der Reisegruppen geht.“ Es wird nicht jede Nation das Turnier mit einem finanziellen Plus beenden.
Kölner Experte: „Am härtesten trifft es die, die schnell ausscheiden“
Ein vorzeitiges Ausscheiden könnte für große Fußballländer wie Deutschland zu einem finanziellen Desaster führen. „Am härtesten wird es die Nationen treffen, die groß planen, feudal wohnen, aber dann schnell ausscheiden“, warnt Breuer. „Ein frühes WM-Aus durchkreuzt bei großen Nationen in der Regel die Finanzplanung.“

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Es geht um den WM-Pokal - aber auch um sehr viel Geld. (Archivbild)
Ein zusätzlicher Aspekt ist die Steuergesetzgebung, speziell in den Vereinigten Staaten. „Diese WM 2026 mit erstmals drei Gastgeberländern bringt besondere Herausforderungen mit sich – dazu zählen insbesondere die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen der Bundesstaaten“, so Rettig. Den Verbänden könnten Beratungsaufwendungen in Millionenhöhe entstehen. Kein Witz! Ein kompliziertes Geflecht aus nationalen, bundesstaatlichen und lokalen Abgaben droht zur teuren Falle zu werden.
Am Ende zahlt sich das Turnier für den kommenden Weltmeister aber aus. Zusätzlich zum FIFA-Preisgeld von 50 Millionen Dollar locken ein enormer Prestigegewinn und lukrativere Sponsorendeals. Zum Vergleich: Der DFB erhielt für den Titelgewinn 2014 eine Summe von 35 Millionen Dollar, wohingegen das Ausscheiden in der Vorrunde 2018 und 2022 zu deutlichen finanziellen Verlusten führte. (dpa/red)

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Der WM-Titel 2014 machte dem DFB auch finanziell Freude. (Archivbild)
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