Ein Fan sorgte beim Länderspiel für Lachen und Kopfschütteln. Doch seine lauten Anfeuerungen waren kein Witz, sondern eine Reaktion!
Trauriger HintergrundDas steckt wirklich hinter den lauten „Karim“-Rufen
Die TV-Zuschauer waren genervt, und auf der Plattform X stand die Meinung schnell fest: Der Mann, der am Sonntagabend bei der Partie Deutschland gegen Griechenland permanent „Karim, hol ihn dir, Junge!“ schrie, ging allen auf die Nerven.
Diese Zurufe brannten sich als kuriose Randnotiz des Spiels ein, aber die wahre Story dahinter ist absolut kein Spaß. Steven Pawlowicz aus Nürnberg war die Person, die Fußball-Deutschland fast in den Wahnsinn trieb. Das berichtet „Frankenpost“.
Couragierter Einsatz gegen Rassismus im Block
Jetzt hat er sich geäußert und erklärt, wieso er für Karim Adeyemi zum pausenlosen Antreiber wurde, während der Kicker direkt vor seiner Nase die Seitenlinie entlang sprintete. Obwohl dem Nationalspieler des FC Barcelona kein Treffer glückte, mangelte es definitiv nicht an Anfeuerung aus dem Publikum.
Der Auslöser für die lauten Zurufe ist traurig. Pawlowicz hatte einen Platz in der vordersten Reihe der Gegengerade und wurde Zeuge einer unglaublichen Szene. Er schildert: „Einige Reihen hinter uns saßen drei, vier Männer, die mit den ersten Ballkontakten die Bayern-Spieler wüst beleidigt haben.“ Aber das war noch nicht alles.
Die Atmosphäre eskalierte, als die Störer noch eine Grenze überschritten. „Dann haben sie Spieler wegen ihrer Hautfarbe beleidigt“, erzählt Pawlowicz. Eine eindeutig rassistische Attacke, gegen die er und seine Begleiter vorgehen wollten. Ein Kumpel zückte sein Handy, um die Männer aufzunehmen, wurde aber sofort selbst beschimpft. Selbst ein alarmierter Ordner war machtlos.
Daher ergriff Pawlowicz selbst die Initiative. Er beschloss, den gehässigen Pöbeleien etwas Gutes entgegenzustellen. „Ich wollte mit Lautstärke dagegenhalten – und habe dabei gar nicht gemerkt, dass ein Außenmikrofon vor mir stand.“ Seine Zurufe waren aus diesem Grund nicht nur im deutschen Fernsehen, sondern weltweit vernehmbar. Der 32 Jahre alte Deutsch-Amerikaner berichtet: „Meine Familie in den USA hat mir auch geschrieben, ob ich in der Übertragung zu hören bin“.
Sein Einsatz hatte Erfolg. Anscheinend hat auch Adeyemi die Beschimpfungen und die couragierte Antwort bemerkt. „Er hat mit dem Daumen in Richtung des Blocks gezeigt – als ironische Bemerkung, was denn hier los sei“, schildert Pawlowicz. Da sich im Block ebenfalls andere Zuschauer gegen die Störer erhoben, war die Situation nach dem Seitenwechsel geklärt: „Die Männer kamen in der zweiten Halbzeit nicht mehr zurück in den Block.“
Für Pawlowicz, der in Fankreisen als der Mann bekannt ist, der bei Matches Polaroids verteilt, war der Einsatz eine persönliche Sache. Diese Haltung bewies er bereits bei der WM in den USA. „Genau wie mit den Polaroids war am Sonntag mein Gedanke, mit Positivität dem Negativen etwas entgegenzusetzen.“
Am Donnerstag, beim kommenden Spiel der DFB-Elf gegen Serbien, wird Pawlowicz jedoch in München fehlen – ebenso wie Adeyemi, der nicht für den zweiten Kader nominiert ist. Der Held wider Willen des Länderspiels meint aber mit einem Schmunzeln: „Aber wenn der DFB eine positive Anfeuerung benötigt, dann komm ich gern vorbei.“ (red)

