DFB-Boss zieht die Reißleine bei den Politik-Debatten.
Klare Ansage vom DFB-BossNeuendorf will vor dem Turnier keine politischen Debatten mehr

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Geübter Politiker: DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Schluss mit den ewigen Politik-Debatten? Kurz vor der WM macht DFB-Präsident Bernd Neuendorf eine Ansage, die es in sich hat. Er will den Fokus wieder voll auf den Sport legen – eine Lehre aus dem WM-Debakel in Katar?
„Wir tun als Fußballverband gut daran, in dieser hektischen Zeit nicht jedes tagespolitische Ereignis und jede Aussage reflexhaft zu kommentieren“, schrieb DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64) in einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Eine unmissverständliche Botschaft an alle, die den Fußball für politische Statements vereinnahmen wollen.
Der Sport existiere selbstverständlich nicht in einem Vakuum, räumt der 64-Jährige ein. „Und doch müssen wir uns letztlich auf den Fußball konzentrieren, weil er unser Kerngeschäft ist und bleibt.“ Mit dieser Haltung steht er nicht allein da; auch Sportdirektor Rudi Völler sowie Geschäftsführer Andreas Rettig äußerten sich in den vergangenen Monaten ganz ähnlich. Die erhitzten Diskussionen um die Regenbogen-Kapitänsbinde bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar sind offenbar noch sehr präsent.
Neuendorf: „Die Welt dreht sich gefühlt immer schneller“
„Die Welt dreht sich gefühlt immer schneller, die Lage ist volatil“, beschreibt Neuendorf die gegenwärtige Situation. „Wir alle spüren: Politische Gewissheiten bröckeln, und multiple Krisen machen es für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft umso schwieriger, auf komplexe Fragen die richtigen Antworten zu geben.“ Der DFB könne und wolle sich dem aber nicht gänzlich verschließen, verdeutlicht der frühere SPD-Politiker.
Als weltgrößter nationaler Sportverband mit über 8 Millionen Mitgliedern und rund 24.000 Vereinen habe der DFB eine besondere Verpflichtung. Man müsse „immer wieder und überall auf die Grundsätze hinweisen für die der Sport, der Deutsche Fußball-Bund, seine Nationalmannschaften und auch ich persönlich stehen: für Freiheit und Demokratie, für Respekt und Toleranz, für Vielfalt und Teilhabe“.
Neuendorf wird abschließend noch deutlicher: „Hass und Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus haben bei uns keinen Platz. Denn der Fußball steht für Gemeinschaft und nicht für Spaltung. Davon bin ich zutiefst überzeugt.“ (dpa/red)
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