„Schöne Ballstafetten“, aber kein „Biss“: Boris Becker hat im Podcast von Johannes B. Kerner das enttäuschende Abschneiden Deutschlands bei der Fußball-WM seziert. Vor allem von zwei Jung-Stars ist in der Augen der Tennis-Legende „zu wenig“ gekommen.
Boris Becker rechnet mit Wirtz und Musiala ab„Wenn das unsere nächsten Superstars sind ...“

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Die deutschen Mittelfeldstars Florian Wirtz (links) und Jamal Musiala konnten bei der WM nicht in erhofftem Maße glänzen. (Bild: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein)
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Das deutsche WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay hat Boris Becker mit seinem Sohn Noah an einer Hotelbar in Berlin verfolgt. Er habe mitgelitten bis zu Schluss, berichtete der dreifache Wimbledon-Champion im Podcast „Kerners 11“. Überrascht habe ihn das frühe Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft jedoch nicht wirklich.
„Es war abzusehen“, sagte Becker, „es war kein Spiel wirklich hervorragend.“ Das 7:1 gegen Curacao sei überschätzt worden. „Also, da war nichts Weltmeisterliches dabei“, lautet das deutsche Turnier-Fazit des Ex-Tennis-Stars.

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Boris Becker hat das frühe Ausscheiden der DFB-Auswahl bei der WM nach eigener Aussage nicht überrascht. (Bild: 2026 Getty Images/Alexander Hassenstein)
Am zurückgetretenen Bundestrainer Julian Nagelsmann könne man die Fehlersuche aber nicht ausschließlich festmachen. „Ich bin auch von den Spielern enttäuscht“, sagte Becker und hob die Mittelfeldstars Florian Wirtz und Jamal Musiala hervor: „Wenn das unsere nächsten Superstars sind, müssen sie sich auf der Bühne Weltmeisterschaft zeigen, das haben sie nicht getan.“
Boris Becker: „Da gingen immer schön die Ballstafetten, und nichts ist dabei herausgekommen“
Den Einwand von Podcast-Gastgeber Johannes B. Kerner, Wirtz habe Anlaufschwierigkeiten beim neuen Klub gehabt und Musiala mit Nachwirkungen seiner schweren Verletzung zu kämpfen, ließ Becker nicht gelten: „Mir war das zu wenig“, stellte der 58-Jährige klar.
Allgemein habe ihm der „letzte Biss“ bei den Nationalspielern gefehlt. Dabei sei die Mentalität „das, was uns eigentlich immer ausgezeichnet hat. Dahin gehen, wo es weh tut, mal die Blutgrätsche rausholen, mal wirklich es dem Gegner zeigen, egal wie - mal schmutzig gewinnen.“
All das habe die DFB-Auswahl in Beckers Augen „nicht geschafft, in keinem Spiel, da gingen immer schön die Ballstafetten links und rechts“ und es sei „nichts dabei herausgekommen. Deswegen war das für mich klar, dass das dieses Jahr mit der WM nichts wird.“
Einen Aufschwung erhofft sich der frühere Weltklasse-Tennisspieler, sollte sein Freund Jürgen Klopp wie erwartet neuer Bundestrainer werden. „Er ist ein Menschenfänger und das im besten Sinne des Wortes“, sagte Becker. „Er weiß, wie man mit Menschen umgeht, wie man sie motiviert, wie man sie inspiriert.“ Klopp spreche auch unangenehme Dinge an, genau das werde den jungen Spielern guttun, ist Becker überzeugt: „Vielleicht braucht ein Wirtz, den ich für den besten jungen Fußballer Deutschlands halte, eine andere Ansprache.“ (tsch)
