Olympia-Heldin Yemisi Mabry wütet nach einem ARD-Interview. Statt Glückwünschen gab es Vorwürfe. Jetzt reden die Moderatoren.
„Wir sind keine Maschinen“Olympia-Heldin wütet gegen ARD-Duo

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Yemisi Mabry freut sich über Bronze.
Riesen-Zoff bei der Leichtathletik-EM! Kugelstoßerin Yemisi Mabry kocht vor Wut über ein ARD-Interview. Statt Glückwünschen gab's Vorwürfe – jetzt schlägt sie zurück und ist nicht allein.
Ein gewaltiger Ärger bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham! Die deutsche Sportlerin Yemisi Mabry hat die ARD-Berichterstattung scharf attackiert. Der Grund für die Wut: Ein Gespräch mit Moderator Claus Lufen, das direkt nach ihrer erfolgreichen Kugelstoß-Qualifikation am Montag stattfand.
Lufen konfrontierte die Olympia-Siegerin mit einer Einschätzung des TV-Experten Frank Busemann. Der Gewinner der Silbermedaille im Zehnkampf von Atlanta 1996 hatte angemerkt, dass ihre niederländische Rivalin Jessica Schilder dieses Jahr schon neun Siege holte, Mabry hingegen nur einen. Der Moderator wollte von der Sportlerin wissen, welche Bedeutung das für den Endkampf habe.
Yemisi Mabry und Gina Lückenkemper kritisieren ARD-Moderatoren Claus Lufen und Frank Busemann
Mabry, die als Ogunleye Olympia-Gold holte, platzte daraufhin der Kragen. Am Mittwochabend (12. August) postete sie in ihrer Instagram-Story einen Clip des Interviews und schrieb dazu die deutlichen Worte: „Finale erreicht und statt Rückenwind gibt’s erstmal eine Aufzählung deiner Niederlagen.“
Die 27-Jährige legte in weiteren Posts nach. Direkt nach dem Wettkampf, in einer Situation voller Adrenalin und Anspannung, seien Reporter die ersten, mit denen man spricht. Aber anstelle einer Gratulation habe man ihr die Negativ-Statistik vorgehalten. „Wir sind Athleten. Keine Maschinen“, machte Mabry unmissverständlich klar. Besonders von einem Ex-Sportler wie Busemann hätte sie sich mehr Einfühlungsvermögen gewünscht.
Aber es ging noch weiter. Selbst nach dem Gewinn der Bronzemedaille, der ersten Medaille für das deutsche Team bei diesen Meisterschaften, kamen provokante und negative Fragen. Mabrys Appell an die Reporter war deutlich: „Ihr redet davon, dass Deutschlands Athleten die Leichtathletik wieder groß machen sollen. Dann fangt bitte bei euch selbst an, einen positiven Beitrag zu leisten. (...) Das war keine journalistische Glanzleistung.“
Frank Busemann und Claus Lufen reagieren auf Kritik von Yemisi Mabry
Mabry ist mit ihrer Wut nicht allein. Sie bekam prominente Rückendeckung von Sprinterin Gina Lückenkemper. Die war sichtlich frustriert nach ihrem eigenen Ausscheiden im Halbfinale über 100 Meter und verbreitete die Posts ihrer Teamkollegin.
Und die kritisierten TV-Leute? Frank Busemann konterte die Vorwürfe gegenüber der „Bild“-Zeitung. Seine Absicht sei es gewesen, Mabry den „roten Teppich ausrollen“ und ihr Druck zu nehmen, damit sie nicht nur an ihrem Status als Olympiasiegerin gemessen werde. Diese Intention sei bei der Athletin aber anscheinend komplett anders angekommen. Auch Moderator Claus Lufen äußerte sich in eine ähnliche Richtung. (red)
