Mario Basler und Christoph Kröger sahen die Qualität von Undavs Tor zum 2:1 gegen die Elfenbeinküste im „Doppelpass“ sehr unterschiedlich.
Zoff im „WM-Doppelpass“Basler über Undav-Tor: „Mache ich mit Badeschuhen“
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DFB-Held Denis Undav hat Deutschland gegen die Elfenbeinküste im Alleingang zum 2:1-Sieg geschossen – und insbesondere mit dem zweiten Treffer entfachte der 29-Jährige auch eine hitzige Debatte im „WM-Doppelpass“.
Die Runde war sich zunächst einig: Das Tor war Weltklasse. Ex-Nationalspieler Mario Basler wollte aber vor allem die Vorlage von Felix Nmecha hervorheben: „Also dieser Ball, der ist Weltklasse gespielt. Aber den dann auch so zu verarbeiten: Das ist ein Weltklasse-Tor. Vor allem mit diesem Pass. Besser kann man es nicht machen.“
Basler über Undavs 2:1 gegen Elfenbeinküste: „Das ist nicht schwer“
Doch dann kam „Calcio Berlin“-Podcaster Christoph Kröger mit seiner Analyse ins Spiel und lenkte den Fokus stärker auf Undav: „Der Pass ist super, aber der ditscht so ein bisschen auf. Der kommt ja nicht flach, sondern springt von unten noch so leicht hoch. Der nimmt den so 30 cm über dem Boden an. Mit dieser Geschwindigkeit, mit der Dynamik, dann kommt der aus der Luft. Der nimmt den aus der Luft an. Er fällt vor ihm runter, er dreht sich und schießt.“
Basler wollte davon aber nichts hören. Die Lobeshymne auf den DFB-Stürmer kommentierte der Sport1-Experte sofort trocken: „Das ist nicht schwer.“
Kröger versuchte einzuordnen: „Für mich ja, für dich natürlich nicht.“ Doch Basler ließ nicht locker. Der Ex-Bayern-Spieler zog die ganze Sache ins Lächerliche: „Das mache ich mit Badeschuhen. Du kannst mir geben, was du willst, ich stoppe dir den Ball.“
Olaf Thon, der Weltmeister von 1990, beschwichtigte den Schlagabtausch: „Das Tor ist eine schwere Sache. Aber da gebe ich Mario recht. Das ist etwas, das ein sehr guter Mittelstürmer kann. Er hat sich gut gelöst und der Pass kam im richtigen Moment, von daher technisch hervorragend gemacht, aber es ist für viele machbar.“
Stefan Effenberg betonte in der Debatte noch einen anderen Punkt: „Nmecha wusste genau, mit Undav kann ich das machen, weil er die Technik hat und den Ball verwandeln kann. Es gibt eben andere Spielertypen, die spielst du dann nicht so an.“
Zuvor hatte Thon gefordert, dass der „überragende Undav“ in die Startelf von Bundestrainer Julian Nagelsmann gehöre. Bei dieser Einschätzung war wiederum Basler nicht mitgegangen, der an der Joker-Rolle des DFB-Stürmers lieber nichts ändern würde.
Basler argumentiert: „Vielleicht ist es genau die richtige Position für Undav im Moment. Man muss das Wetter einberechnen. Und der Gegner ist nach 60 Minuten ein bisschen mehr müde. Und dann ist es vielleicht die perfekte halbe Stunde für Undav. Man weiß ja nicht, wenn er von Anfang an spielt, die Gegner sind alle noch hellwach und fit. Man weiß nicht, ob das funktioniert. Warum soll Nagelsmann deshalb irgendetwas ändern, was gerade im Moment funktioniert?“
Klar ist: Das Tor von Denis Undav hat eine enorme Bedeutung für das DFB-Team. Der Gruppensieg ist schon perfekt. Und der Bundestrainer muss sich fragen, wie er mit einem Stürmer, der so effizient Scorer liefert, im Turnierverlauf weiter umgeht.
