Sturmkrise in Köln und Dortmund Pro & Kontra: Sollte der FC Modeste noch einmal zurückholen?

Anthony Modeste gestikuliert am 22. Oktober 2022 im Trikot von Borussia Dortmund.

Frustriert: Anthony Modeste (hier am 22. Oktober 2022) droht bei Borussia Dortmund das Abstellgleis.

Dem 1. FC Köln fehlt ein Stürmer, Anthony Modeste ist bei Borussia Dortmund ein Missverständnis. Könnte es wieder zu einer spektakulären Rückkehr kommen? EXPRESS.de spielt das Szenario durch.

Mit nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen taumelte der 1. FC Köln in die lange Winterpause, Trainer Steffen Baumgart (50) rief den Abstiegskampf aus. „Alles andere wäre Augenwischerei.“ Ein großes Problem: die mangelnde Chancenverwertung.

Auf der Tour durch die USA soll nun geklärt werden, ob nach den vielen vergebenen Gelegenheiten der letzten Wochen noch ein weiterer Angreifer weiterhelfen könnte.

Borussia Dortmund enttäuscht von Anthony Modeste

Aber nicht nur der FC geht auf Stürmersuche. Auch von Borussia Dortmund ist zu hören, dass man – als Alternative neben Youngster Youssoufa Moukoko (17) – noch einen weiteren Stürmer verpflichten will, damit die Saisonziele (insbesondere das Erreichen der Champions-League-Plätze in der Bundesliga) nicht nachhaltig in Gefahr geraten.

Alles zum Thema Anthony Modeste

Da klingt dann gleichzeitig viel Enttäuschung über Anthony Modeste (34) mit, der Franzose konnte beim BVB nie an die Form aus seiner 20-Tore-Saison beim 1. FC Köln anknüpfen. Das mehr als 10 Millionen Euro teure Paket ist ein Flop, lediglich zwei Treffer erzielte Modeste, kommt zudem kaum zu Gelegenheiten. Sein Ausgleichstor gegen den FC Bayern München in letzter Minute war der einzig wirklich positive Moment in seiner bisherigen BVB-Zeit.

Dortmund würde dem Franzosen sicher keine Steine in den Weg legen, sollte er sich verändern wollen. Käme da eine Rückkehr zum FC in Betracht?

Anthony Modeste passt ins FC-System von Steffen Baumgart

Was dafür spricht: Modeste passt perfekt in Baumgarts System. Der Coach weiß mit dem sensiblen Franzosen umzugehen, nach Jahren der Krise hatte der Topverdiener beim 1. FC Köln im vergangenen Jahr endlich abgeliefert. Akklimatisierung bräuchte Modeste sicher keine; er wohnt weiter in Köln, hat in Lionel Souque im Gemeinsamen Ausschuss einen treuen Freund und Fürsprecher sitzen.

Kann es also eine zweite spektakuläre Rückhol-Aktion nach seiner ablösefreien Rückkehr bei der Jubiläumsfeier im November 2018 geben?

Anthony Modeste: Warum seine Rückkehr nur schwer vorstellbar ist

Hört man sich beim FC um, dann eher nicht. In Klub und Mannschaft hat sich Modeste mit seinem Abgang nach Dortmund nicht nur Freunde gemacht, unter den Fans ohnehin nicht. Menschlich wäre es also schwierig, aber er hat es ja schon einmal geschafft.

Auch wirtschaftlich dürfte es nahezu unmöglich sein. Der BVB müsste Modeste zum Nulltarif abgeben, der Stürmer auf einen deutlichen Teil seines Gehalts verzichten. Ebenfalls eher unwahrscheinlich. Auch könnte Modeste dann auf eine weitere Saison pochen, was kaum im Interesse des 1. FC Köln liegt. Sportlich ist ohnehin fraglich, ob er seine Leistung aus der Vorsaison noch einmal wiederholen kann.

Hinzu kommt: Modeste wurde am Mittwoch (17. November) an der Leiste operiert und muss nun ohnehin erst einmal wieder fit werden.

Und so ist eine Rückkehr unwahrscheinlich. Stattdessen dürfte sich der FC nach einem Vorgriff auf die neue Saison umschauen, ein junger, entwicklungsfähiger Spieler, auf den man mittelfristig setzt. Für Modeste wäre dann kein Spielraum da. (ach)