Bundestrainer Jürgen Klopp wird Kölns Top-Talent Said El Mala berufen. Patrick Helmes hält den Zeitpunkt allerdings nicht für ideal und richtet eine Forderung an den 1. FC Köln.
„FC hat es nicht hinbekommen“Helmes mit El-Mala-Appell an Köln

Die Katze ist aus dem Sack, bevor Jürgen Klopp (59) erstmals seinen Kader für die Nationalmannschaft nominiert hat: Nach der verpassten WM wird Said El Mala (20) nach Informationen von EXPRESS.de und Kölner Stadt-Anzeiger im A-Aufgebot des DFB stehen.
Damit winkt dem FC-Star endlich das DFB-Debüt im Ensemble des frisch gebackenen Bundestrainers – vielleicht schon mit einem Einsatz beim Hit gegen die Niederlande am Donnerstag (24. September/ab 19.40 Uhr). Der FC-Profi wäre der erste Kölner Nationalspieler seit Jonas Hector (36). RTL überträgt den Nations-League-Auftakt live im Free-TV.
Patrick Helmes: „El Mala ist wie für Klopps Fußball gemacht“
Der Ruf nach El Mala ins DFB-Team war unter Fußball-Fans und Experten bereits während der vergangenen Saison laut. Kölns Shootingstar hatte mit seinen Sololäufen und starken 13 Toren in der Bundesliga so gut wie jeden überzeugt – abgesehen von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Auch der ehemalige FC-Stürmer Patrick Helmes sieht El Mala grundsätzlich als einen Spieler, der in die deutsche Nationalmannschaft gehört. „Er ist der einzige Gewinner der Weltmeisterschaft. Das muss man sagen. El Mala hat Qualitäten, die wir auf der Position so nicht wirklich haben“, bekräftigte der 42-Jährige im Gespräch mit EXPRESS.de.
Und doch sieht Helmes nicht alles rosig. Für ihn kommt die Nominierung des Kölner Offensivspielers in den ersten Klopp-Kader zu einem ungünstigen Zeitpunkt!
Warum? „Ich empfände es für seinen körperlichen Zustand gut, wenn er nicht dabei wäre. Für seinen Kopf wäre die Nominierung sicher eine gute Sache“, sagte Helmes. El Mala sei zwar „mit Zielstrebigkeit gesegnet“, habe aber auch ein großes Problem: „El Mala ist einer der wenigen Bundesligaspieler, die es nicht schaffen, 90 Minuten auf Bundesliganiveau zu spielen. Und das jetzt schon seit anderthalb Jahren.“
Nach Einschätzung des Ex-Nationalspielers muss der 1. FC Köln weitere Anpassungen hinsichtlich der Trainingseinheiten des 20-Jährigen vornehmen: „Der FC hat es nicht hinbekommen, El Mala in diese Position zu bringen, dass er auch 90 Minuten auf absolutem Topniveau spielen kann.“ Ob Krämpfe oder andere Beschwerden: „Es ist immer irgendwas.“
An den fußballerischen Fähigkeiten des Offensivspielers zweifelt Helmes nicht. El Mala verfüge über „eine unglaubliche Wucht im Eins-gegen-eins, einen unglaublichen Spirit und einen unglaublichen Zug zum Tor“.
In seiner ersten Bundesliga-Saison habe der 20-Jährige überzeugt, zugleich aber noch „sehr viel Licht und Schatten“ gezeigt. „Was allerdings normal ist für einen jungen Spieler, der aus der dritten Liga kommt“, so Helmes weiter. Vor allem technische Abläufe müsse der Kölner weiter verbessern.
El Mala müsse lernen, nicht nur den Ball anzunehmen, aufzutreten und mit hoher Geschwindigkeit nach vorne zu spielen. „Wie bekomme ich ein Zusammenspiel hin? Wie kann ich mitspielen, um mir selbst Räume zu suchen und zu schaffen? Wie kann ich meine athletische Anpassung weiter voranbringen, um die Aktionen pro Halbzeit weiter zu steigern? Das ist der nächste Entwicklungsschritt.“ Dann, so Helmes, werde El Mala noch mehr Aktionen haben.
Dass El Mala jetzt aber vor seiner Nominierung am Donnerstag (17. September) steht und für die kommenden Partien der Nations League dabei sein wird, wundert Helmes letztlich nicht: „El Mala ist wie für Klopps Fußball gemacht.“

