Muss Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln seinen Posten räumen? Einer hofft das nicht: TV-Experte Dietmar Hamann.
„Wird den Kessler nicht interessieren“Didi Hamann hält Plädoyer für Kwasniok
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Lukas Kwasniok kämpft um seinen Job. Nach dem 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach vermied FC-Sportchef Thomas Kessler ein klares Bekenntnis zum Trainer des 1. FC Köln.
Er wolle eine Nacht über die Trainerfrage schlafen, sagte Kessler und sprach von ergebnisoffenen Analysen und Diskussionen.
Didi Hamann über mögliches Kwasniok-Aus: „Ich würde es hart finden“
Kwasniok gab sich kämpferisch. „Ich weiß, dass in der Öffentlichkeit in allererster Linie Ergebnisse als Argument zu Rate gezogen werden. Ich glaube aber, als Vereinsverantwortlicher schaut man in allererster Linie darauf: Wie arbeiten die Jungs gemeinsam mit dem Trainer, was für eine Überzeugung ist vorhanden?“, sagte er bei Sky.
Kwasniok weiter: „Und sie können mir noch so viele Hindernisse in den Weg legen, egal ob es dann Unparteiische sind oder Verletzungen, wo wir heute einfach einen 19-Jährigen reingeworfen haben (Cenny Neumann, Anm. d. Red.). Das ist alles Teil des Lebens, das ist alles Teil dieses Jobs hier beim 1. FC Köln, und ich glaube, eins spürt man sehr wohl: Ich mache das mit Hingabe, mit Liebe für den Verein, für die Mannschaft und das werde ich bis zum Schluss tun und ich gehe davon aus, dass Mitte, Ende Mai Schluss sein wird. Für die Saison.“
Sky-Experte Didi Hamann, ohnehin ein bekennender Kwasniok-Fan, zeigte sich von diesem Auftritt beeindruckt. „Natürlich, die Zahlen sprechen jetzt vielleicht in der jüngeren Vergangenheit nicht für ihn, aber man muss ja das Ganze sehen. Er kämpft, er ist ein Kämpfer und so spielt seine Mannschaft auch“, betonte der ehemalige Profi.
Das Wichtigste sei, dass alle in dieselbe Richtung marschieren, so Hamann, der aber natürlich auch weiß, dass zwei Siege aus den vergangenen 18 Spielen nun wirklich kein gutes Argument sind, weiter auf den Trainer zu setzen. „Du kannst dich jede Woche hinstellen und sagen: Wir spielen guten Fußball. Nur wenn du keine Spiele gewinnst, dann gehen dir irgendwann die Argumente aus“, betonte Hamann.
„Sie haben jetzt Spiele, die sie gewinnen können oder sollten oder müssten in den nächsten drei Spielen“, so Hamann. Schon in Hamburg und gegen Gladbach gab es aber solche Spiele, in denen es jeweils nur für ein Pünktchen reichte.
Hamann lobte Kwasnioks Ausstrahlung und Art, mit der schwierigen Situation umzugehen. „Er stellt sich da hin – und Köln ist ja nochmal ein anderes Pflaster, da sind die Ausschläge ja sehr viel extremer als bei anderen Vereinen und in anderen Städten –, aber der hat ja eine Ruhe! Der stellt sich dahin und macht dann noch ein Späßchen und lächelt und sagt: ‚Ja wir sprechen morgen, so machen wir das immer ...‘ Also ich schaue ihn einfach gerne an.“
Die Mannschaft spiele auch „wirklich guten Fußball“, findet Hamann. „Nur das weiß er, wie ich, wie alle anderen: Wenn du keine Spiele gewinnst oder lange nicht, dann werden dir irgendwann die Argumente ausgehen. Und dann spielt es keine Rolle, wie die Mannschaft spielt. Denn es wird den Kessler nicht interessieren, wenn du irgendwann dann 16. oder 17. bist.“
Man müsse sich jetzt überraschen lassen, schloss Hamann sein Kwasniok-Plädoyer: „Ich würde es hart finden, wenn er gehen müsste. Ich hoffe, dass er in zwei Wochen noch da ist.“



