Der 1. FC Köln brachte sich in Hamburg selbst um den verdienten Lohn. Vorn wurden beste Chancen nicht genutzt, hinten bei Standards schlecht verteidigt. Nach dem 1:2 beim HSV soll es jetzt Konsequenzen geben.
„Es reicht nicht...“Große FC‑Ratlosigkeit – Wagner kündigt Konsequenzen an

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Diese Szene zeigt das ganze Dilemma des 1. FC Köln: Bei Standardsituationen wird miserabel verteidigt. Hier kann Nicolas Capaldo zum 1:0 für den Hamburger SV einköpfen.
Und täglich grüßt das Murmeltier…
Nachdem Niclas Füllkrug (33, Werder Bremen) vergangene Woche freistehend einschieben durfte, war es nun Nicolas Capaldo (28), gegen den kein Widerstand geleistet wurde. Der Argentinier konnte nach einer Ecke völlig unbedrängt einköpfen und leitete damit die 1:2-Niederlage des 1. FC Köln beim Hamburger SV am Samstag (19. September 2026) ein.
Kölns Skhirir weiß: „Wir müssen dringend lernen“
Der FC hat WIEDER ein Standard-Problem! Oder besser: IMMER NOCH! „Wir sollten uns akribisch damit auseinandersetzen. Wir bringen uns nämlich damit um unseren Lohn. Solche Themen dürfen uns nicht immer und immer wieder passieren“, ärgerte sich FC‑Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40).
Bereits in der vergangenen Saison rappelte es regelmäßig nach ruhenden Bällen. Das wurde derart zum Ärgernis, dass Standard-Trainer Hannes Dold frühzeitig freigestellt wurde (aktuell streitet man sich vor dem Kölner Arbeitsgericht). Eine Besserung hat sich danach, wenn überhaupt, temporär eingestellt.
Inzwischen brennt es bei defensiven Standards wieder lichterloh, während offensiv fast kein Funken überspringt. „Das Problem sind die Standardsituationen. Beim HSV war deutlich mehr drin“, sagte Sky-Experte Simon Terodde (38). Ist das ein Coaching-Thema? „Definitiv. Und das fängt ja jetzt auch an, in den Köpfen eine Rolle zu spielen. Gegner stellen sich darauf ein. Das war sicher auch der Weg des HSV, das zu nutzen. So einfach, wie es ihnen gemacht wurde, das ist brutal. Das darf nicht passieren“, so der ehemalige FC-Stürmer.
Beim Gegentor zum 0:1 passte gar nichts zusammen. Capaldo stand blank im Fünfer, während Kölns Torwart Marvin Schwäbe (31) auf der Linie kleben blieb und zwei FC-Verteidiger völlig die Orientierung verloren. „Das ist nicht einfach zu verteidigen. Am Ende ist es aber unser Fehler. Es sind erst ein paar Spiele absolviert und wir kassieren fast immer Standard-Gegentore. Das ist nicht gut und wir müssen dringend lernen“, sagte Ellyes Skhiri (31), der beim Gegentor nur zuschaute.
Hier kannst du die FC-Profis nach dem 1:2 beim HSV benoten:
Eure FC-Noten im Spiel beim HSV
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Marvin Schwäbe
Torhüter Schwäbe meinte selbstkritisch: „Jeder, der die erste Hälfte gesehen hat, hat definitiv nicht daran gedacht, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren könnten. Dass wir kurz vor der Pause so das Gegentor bekommen, ist unglaublich bitter. Das ist ein absolut bescheidener Moment, zumal wir uns vorher drei, vier richtig gute Chancen herausgespielt hatten. Die Hamburger haben den Fünfer überladen. Wir haben den ersten Pfosten zugemacht. Dann ging der Ball etwas länger. Ich weiß nicht, ob wir einen Mann gegen ihn hatten oder ob er frei durchgelaufen ist. Das müssen wir analysieren und besser machen. Vieira stand mir noch kurz auf dem Fuß, aber als Torwart muss man das handeln können.“
Beim FC herrscht insgesamt Ratlosigkeit. Trainer René Wagner (38) kündigt jede Woche Analysen an, passiert ist seit Saisonbeginn aber wenig. Nach der Partie in Hamburg sagte er: „Warum das Gegentor fällt, wissen wir. Wir haben nicht so gestanden, wie wir besprochen haben. Das müssen wir mit den Jungs besprechen. Unter Stress macht man Fehler. Es tut mir weh, weil ich sehe, mit wie viel Akribie die Jungs daran jede Woche arbeiten.“
Immerhin kündigte er Konsequenzen an: „Es reicht nicht nur zu analysieren, sondern wir müssen es besser machen. Wir müssen die Jungs in die Verantwortung nehmen.“ Was immer das heißen mag. In der langen XXL-Länderspielpause wäre genug Zeit, an den Stellschrauben zu drehen, damit die Standard-Schwäche in der Verteidigung endlich abgestellt wird.
