Die goldenen Zeiten von Gornik Zabrze sind knapp 30 Jahre her – das erinnert an den 1. FC Köln. Für Lukas Podolski könnte der Traum vom ganz großen Ding aber bald Wirklichkeit werden – womöglich ist es sogar seine letzte Chance.
Gornik leidet wie KölnPodolskis verrückter Kampf um Liga-Geschichte!
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Was ist denn bitte in der polnischen Liga los? Die 18 Teams der Ekstraklasa nehmen ab Freitag (30. Januar) die Rückrunde in Angriff – und alle können sie noch Meister werden!
Denn: Auf Rang eins überwinterte mit Wisla Plock sensationell ein Aufsteiger. Allerdings sprechen sieben Siege aus 18 Spielen und 30 Punkte nicht gerade für eine Dominanz an der Tabellenspitze.
Podolskis Klub Gornik Zabrze kämpft um Liga-Geschichte
Eine überragende Form des Spitzenreiters ist auch nicht auszumachen, fünf Remis setzte es zuletzt. Der Vorsprung auf den Tabellenletzten Nieciecza beträgt nur elf Punkte! Der Dorfverein hat lediglich zwei Siege weniger eingesammelt.
Einen so kümmerlichen Abstand zwischen beiden Enden der Tabelle gibt es in anderen Profiligen nirgends, in den Top-Ligen schon gar nicht. In der Bundesliga trennen beispielsweise Bayern und Heidenheim 37 Punkte, in der 2. Liga sind es 23 Punkte zwischen Schalke und Greuther Fürth.
Und Podolskis Klub Gornik Zabrze? Der rangiert ebenfalls mit 30 Punkten auf Rang zwei der Ekstraklasa-Tabelle, kann sich darauf aber nicht allzu viel einbilden. Die gute Form vom Ligastart sackte auch bei Poldis Team zuletzt heftig ab: nur ein Sieg bei drei Pleiten aus den letzten fünf Spielen!
Und trotzdem lebt in Gornik der Traum von früheren Erfolgen. Der polnische Traditionsklub zählt in seiner Geschichte insgesamt 14 Meistertitel, der letzte Titel liegt allerdings schon mehrere Jahrzehnte zurück, errungen im Jahr 1988.

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Will mit Gornik Zabrze nach 28 Jahren den Meistertitel gewinnen: Lukas Podolski
Die goldenen Zeiten endeten also in den 80er-Jahren. Das weckt Erinnerungen an den 1. FC Köln, Podolskis zweite Liebe. Deutscher Meister wurde der FC zwar insgesamt nur dreimal und zuletzt 1978. Doch in den 80er-Jahren gelang Köln immerhin noch ein Triumph im DFB-Pokal (1983) sowie die legendäre Finalteilnahme im Uefa-Cup (1986) gegen Real Madrid.
Auch FC-Fans warten seitdem auf bessere Zeiten. Für Lukas Podolski könnte der Traum vom ganz großen Ding in diesem Sommer aber Wirklichkeit werden – womöglich ist es sogar seine letzte Chance. Für den 40-Jährigen könnte nach der Saison Schluss sein mit dem aktiven Profifußball. Festgelegt hat sich Poldi aber noch nicht.
Podolski will wieder angreifen: „Beine gekocht, Mindset stärker“
Ein weiterer guter Grund, warum der Ex-Nationalspieler den Titel unbedingt holen will: Im Dezember kaufte sich der im polnischen Gliwice (Gleiwitz) geborene Fußballer bei Gornik ein. Über seine Firma LP Holding GmbH erwarb er 8,3 Prozent des Aktienkapitals, wodurch Podolski zum zweitgrößten Anteilseigner des Vereins wurde.
Klar ist: Anders als in der Hinrunde, in der Podolski nur einmal von Beginn an spielte und in weiteren neun Einwechslungen weder Tor noch Vorlage gelangen, will er nun wieder angreifen.
Nach dem Trainingslager postete er kürzlich: „Ein weiteres großartiges Trainingslager abgeschlossen, Beine gekocht, Mindset stärker“. Das Rennen um polnische Liga-Geschichte ist eröffnet.


