Die Trainerfrage beim 1. FC Klön war am Sonntag auch das große Thema im Sport1-Doppelpass. Steffen Effenberg lobte Lukas Kwasniok, ein Moderator fand kritische Worte.
„Würde mich wundern“Szenenapplaus für Kwasniok – Effenberg legt sich fest
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Aktualisiert
Lukas Kwasniok hat den Kampf um seinen Trainerjob beim 1. FC Köln verloren. TV-Experte Stefan Effenberg zeigte sich am Sonntag im Sport1-Doppelpass allerdings hochgradig beeindruckt vom Kampfgeist des Coaches.
Nach dem 3:3 im Derby gegen Borussia Mönchengladbach sagte Kwasniok: „Wir sind ein Team zu 100 Prozent und ich habe das schon vor acht Wochen gesagt: Ich werde um diesen verdammten Job hier kämpfen mit allem, was ich habe, weil ich der absoluten Überzeugung bin: Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort, mit der richtigen Mannschaft, dem richtigen Verein.“
Effenberg über den FC: „Die Mannschaft lebt“
Kwasniok plädierte für Kontinuität. „Kein Verein in der Bundesliga ist öfter abgestiegen als der 1. FC Köln seit 1997, '98. Man hat immer den Trainer gewechselt, aber das Ziel nicht erreicht. Und ich glaube, wenn du überzeugt von etwas bist, siehe SC Freiburg, dann gehst du den Weg gemeinsam.“
Als dieser Ausschnitt der Pressekonferenz in der Sendung eingespielt wurde, gab es vom Publikum lauten und langen Szenenapplaus. Auch Effenberg nickte anerkennend. „Also die Situation, in der der 1. FC Köln steckt, ist ja nicht einfach, die ist schwierig, da ist Druck drauf. Aber sich so kämpferisch zu geben, muss ich sagen, ist vorbildlich. So musst du auch vorangehen als Trainer. Und dann wird die Mannschaft in der Regel auch folgen“, sagte der ehemalige Profi.
Effenberg machte deutlich, dass er eine Trennung von Kwasniok für falsch halten würde. „Die Mannschaft lebt und von daher würde es mich wundern, wenn er heute oder morgen entlassen werden würde“, betonte er. Doch am Sonntagabend folgt dann der Knall! Der FC und Kwasniok gehen getrennte Wege.
Der frühere HSV-Präsident und gebürtige Gladbacher Marcell Jansen vermisste in den vergangenen Wochen ein klares Bekenntnis zu Kwasniok. „Klar muss man gucken, was sagt die Statistik, was der Trend, aber was passiert auf dem Platz? Gladbach hat sich für ein klares Commitment entschieden zu Eugen Polanski, hat eine klare Überzeugung, hat damit erstmal auch alles weggenommen, während bei Köln seit Wochen und Monaten für mich das schon wabert und ungeklärt ist. Und ich finde das nicht clever im Abstiegskampf, kein klares Commitment zum Trainer oder eben zu einem anderen Weg zu haben“, sagte der Ex-Profi.
Der in Köln lebende Moderator Thomas Wagner sieht die Personalie Kwasniok dagegen zwiegespalten. „Ich finde es unfassbar vielschichtig“, sagte er. Zwar spiele der FC nicht wie ein Absteiger: „Das sind attraktive Fußballspiele. Ich habe in Köln schon viel schlimmere Spiele in anderen Spielzeiten gesehen.“
Aber der Trend spricht eine klare Sprache. Aus den vergangenen 18 Spielen hat Köln unter Kwasniok nur zwei gewonnen und ist nach dem Überraschungsstart in die Saison immer tiefer in den Abstiegsstrudel geraten.
„Sie sind die einzige Mannschaft, die von oben runtergerutscht ist. Die anderen stehen seit Beginn an da. Das Polster ist völlig aufgebraucht. Deshalb zählt dieses Argument, als Aufsteiger darfst du auch da unten stehen, nicht ganz so stark, denn du hattest eigentlich psychologisch eine ganz andere Ausgangsposition“, sagte Wagner.
Er äußerte auch Kritik an Kwasniok. „Wir kennen ihn als sehr extrovertierten Typen. Ich glaube, er hat das ganze Umfeld ein bisschen unterschätzt. Alle haben ihn gewarnt. Du warst in Jena, Saarbrücken und Paderborn. Köln ist eine andere Hausnummer, eine Medienstadt. Und er sonnt sich auch gern darin, taktische Kniffe zu machen. Er sonnt sich gern, junge Spieler reinzuwerfen. Seine Pressekonferenzen sind manchmal so zwischen puh und ein bisschen verstörend“, so der Moderator von u.a. Sky, RTL und MagentaSport.
Auch er zollte dem Kampfgeist, den Kwasniok in seinen Ausführungen unmittelbar nach dem Derby zum Ausdruck gebracht hatte, aber Respekt. „Gestern die Pressekonferenz fand ich stark, das war seine beste seit langem.“




