Hat sich bei Said El Mala der BVB verpokert – oder doch der 1. FC Köln? Nils Petersen hat eine eindeutige Meinung.
„Keine 50 Millionen wert“Bockiger El Mala? Rekordprofi legt sich fest

Der Verbleib von Said El Mala (19) beim 1. FC Köln über den Sommer hinaus ist seit dem vergangenen Freitag deutlich wahrscheinlicher geworden. Thomas Kessler jedenfalls ist fest davon überzeugt, dass der Youngster auch in der kommenden Saison das FC-Trikot tragen wird.
Ob durch ein kolportiertes 60-Millionen-Angebot, das RB Leipzig aktuell vorbereiten soll, doch noch einmal Fahrt reinkommt, bleibt abzuwarten.
„Im Fall El Mala feiere ich am Ende alle drei Seiten“
Eines ist aber sicher: Zu Borussia Dortmund wird der junge Kölner in diesem Sommer nicht wechseln. Der BVB hat sich zurückgezogen, nachdem er mit mehreren Angeboten bei Kessler und Co. abgeblitzt war.
Nils Petersen hält das für einen durchaus positiven Ausgang der wochenlangen Transfer-Saga. Verpokert hat sich aus seiner Sicht keine der Parteien. „Im Fall El Mala feiere ich am Ende alle drei Seiten, obwohl mindestens zwei Wünsche nicht in Erfüllung gegangen sind“, meinte der Bundesliga-Rekordjoker (34 Tore nach Einwechslungen) in einer „Kicker“-Kolumne.
Mehr News für dich
Transfer-Knaller
DFB-Star per Leihe zurück in die Bundesliga
Der frühere Stürmer des SC Freiburg begrüßte es ausdrücklich, dass der BVB „klare Kante“ gezeigt habe und bei seinem finanziellen Limit geblieben sei. „Diesen Sommer ist er (El Mala, Anm. d. Red.) auch in meinen Augen noch keine 50 Millionen Euro wert“, betonte er.
Petersen kann dennoch gut nachvollziehen, dass der FC seine Forderungen so hoch ansetzte. „Köln hat eine hohe Entschädigung definiert. Nur dafür hätten sie ihren Unterschiedsspieler abgegeben“, so Petersen.
Hat der FC im Poker um Said El Mala alles richtig gemacht?
Für El Mala selbst, der den Schritt nach Dortmund gerne gegangen wäre, stelle der geplatzte Transfer nach Ansicht von Petersen keinen Rückschlag dar. Im Gegenteil. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass El Mala eine starke Jetzt-erst-recht-Saison hinlegen wird. Es ist sein Verein, der Hype dürfte ihn beflügeln und der Konterfußball ist auf seine Stärken Tempo und Eins-gegen-eins-Duelle zugeschnitten“, glaubt Petersen.
In Dortmund hätten auf den Senkrechtstarter nicht nur eine erheblich größere interne Konkurrenz gewartet, sondern auch ein anderes Spielsystem. „Du kannst dir weniger schwächere Auftritte oder Phasen erlauben und die Gegner stehen tiefer, da gibt es weniger Raum hinter den Defensivreihen, die El Mala bespielen kann. Im Ballbesitzfußball hat er noch Verbesserungspotenzial“, so die Analyse des Ex-Freiburgers.
Er könnte sich vorstellen, dass der FC trotz des geplatzten Deals auch noch kurzfristig mit El Mala gutes Geld machen wird: „Spannend, wie viel Geld die Kölner ab jetzt über Trikotverkäufe einnehmen werden. Nur wenige FC-Fans haben sich bislang das neue (schicke!) Trikot mit El Mala beflocken lassen – weil man annahm, dass 100 km nordöstlich mal so eben 50 Dortmunder Millionen in die Domstadt überwiesen werden“, so Petersens Einschätzung.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, wartet mit der Beflockung aber lieber noch bis Anfang September – dann schließt das Transferfenster.

