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„Antwort ist unbequem“FC‑Boss äußert sich zu Krawall-Waffe & Ordner-Problem

Bengalos und Leuchtraketen der Gladbacher Ultras landeten beim Derby am 11. Oktober 2026 im Zuschauerblock der Kölner.

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Bengalos und Leuchtraketen der Gladbacher Ultras landeten beim Derby am 11. Oktober 2026 im Zuschauerblock der Kölner.

Diese Szenen haben einen dunklen Schatten über den Derbysieg des 1. FC Köln gelegt. Beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach gab es sechs verletzte Personen und fiese Ausschreitungen. Hätte man das alles verhindern können?

Als Veranstalter eines Fußballspiels will man diese Bilanz nie und nimmer verkünden müssen, egal in welchem Stadion und in welcher Liga: Sechs Verletzte!

Auf der ganz großen Bühne gab es beim Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Sonntag (11. Oktober 2026) fiese Ausschreitungen. Von den Gästefans wurden Kanonenschläge gezündet und Leuchtraketen in die Zuschauerränge geschossen. Zudem wurden Scheiben eingeschlagen, wonach sich wilde Prügelszenen zwischen den rivalisierenden Fanszenen abspielten. Zwei Stadionbesucher, eine Ordnerin und drei Polizisten wurden verletzt, darunter auch ein Kind.

Sicherheitsglaswand wurde mit Nothammer zertrümmert

Die übergeordnete Frage: Kann man so etwas nicht verhindern? Bei der genauen Analyse der Vorfälle in Köln ergeben sich drei konkrete Fragen.

Diese haben wir Geschäftsführer Philipp Türoff (50) gestellt. Der FC-Boss bezieht ausführlich Stellung.

Warum waren zwischen Gästeblock und FC-Block im Oberrang Nord und Ost so wenige Ordner platziert?

Türoff erklärt: „Ich kann jeden verstehen, der nach gestern fragt, warum da nicht mehr Abstand oder Sicherheitspersonal war. Die Antwort ist unbequem: Die Trennung im Oberrang Nord ist bereits die stärkste, die es im Stadion gibt, eine feste Sicherheitsglaswand. Im Oberrang Ost waren zusätzlich nicht verkaufte Sitzreihen als Puffer sowie Ordner vorgesehen. Dass eine Sicherheitsglaswand mit mitgebrachtem Werkzeug herausgebrochen wird, ist in diesem Stadion noch nie passiert, darauf war keine Planung ausgelegt. Aber ich will, dass eine Familie im Oberrang Nord sitzen kann, ohne Angst zu haben. Daran arbeiten wir mit Hochdruck. Ob und wie die Trennung an dieser Stelle baulich oder personell verstärkt werden muss, ist deshalb eine der zentralen Fragen der Nachbereitung, mit dem Ziel, vor dem nächsten Heimspiel zu einem Ergebnis zu kommen.“

Warum hat die Polizei relativ spät eingegriffen? Wo standen die Beamten im Vorfeld der Eskalation?

„Für die Menschen im Stadion hat es sich subjektiv sehr lange angefühlt, bis die Polizei eingegriffen hat – das ist mir bewusst. Ich bitte aber um Verständnis, dass ich mich an dieser Stelle nicht zu einsatztaktischen Maßnahmen der Polizei äußern kann. Das aufzuarbeiten ist Teil der gemeinsamen Nachbereitung mit der Polizei in dieser Woche. Und eines ist für mich klar: Dieser Vorfall zeigt, dass es ohne Polizei im Stadion nicht geht. Die Stadionallianz schafft Polizei nicht ab, sie verteilt Verantwortung neu. Zu dieser Verantwortung gehört, gemeinsam festzulegen, wo bei einem Risikospiel Polizei schnell verfügbar sein muss.“

Wie konnten Gästefans Werkzeuge und Hämmer mit ins Stadion schmuggeln, um die Scheiben zu zerstören?

„Es handelte sich um einen kleinen Nothammer, wie er in Bussen und Bahnen hängt, das zeigen die Videoaufnahmen. Wer so etwas versteckt mit ins Stadion bringt, hat nicht vor, ein Fußballspiel zu sehen. Er hat vor, Menschen zu gefährden. Am Gästeeingang werden Personen und eingebrachtes Material kontrolliert. Gestern haben wir den Gästeeinlass zudem eine Stunde früher geöffnet, um Drucksituationen zu vermeiden. Aber man muss auch realistisch sein: Eine Einlasskontrolle bei einer Fußballgroßveranstaltung mit mehreren Tausend Gästefans und zehntausenden Fans insgesamt, die in einem sehr kurzen Zeitfenster zutreten wollen, ist keine Flughafenkontrolle. Wer einen kleinen Gegenstand mit krimineller Absicht versteckt, hat eine Chance, damit ins Stadion zu kommen. Deshalb dürfen wir uns nie zurücklehnen und sagen, wir hätten alles getan. Wir arbeiten mit der Polizei daran, dass diejenigen, die gestern Werkzeug, Böller und Raketen mitgebracht haben, identifiziert und zur Verantwortung gezogen werden.“