Halligalli mit Petit, Maniche & Co.Vor zehn Jahren: Das irrste FC-Trainingslager

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Kölschsänger Micky Brühl war den FC-Profis als Skipper und Kippen-Bruder ein Glücksgriff.

von Markus Krücken (krue)

Köln/Velden – Wie die Zeit vergeht...

Wenn die Torhüter Timo Horn (26), Thomas Kessler (33) und Zeugwart Kreso Ban (61) diesen Sommer im Trainingslager in der Vorbereitung auf die Bundesliga schwitzen, müsste man das Trio des 1. FC Köln mal auf die Bedingungen vor zehn Jahren ansprechen.

Denn diese drei waren schon im Jahr 2009 beim sicherlich legendärsten Trainingslager des FC aller Zeiten dabei.

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Ließ in Velden auch mal fünf gerade sein: Ex-Star Petit, heute Trainer.

Am Wörthersee regierte beim 1. FC Köln der Spaß

Wo? In Velden am Wörthersee. Denn dort herrschte Spaß pur – und Fußball war eigentlich Nebensache...

Unsere Reporter Markus Krücken und Eduard Bopp, seinerzeit im Trainingslager für die Sportredaktion im Einsatz, blicken gern zurück.

Wenige Wochen zuvor hatten sie Christoph Daum (65) am Flughafen von Palma de Mallorca zum exklusiven Abschiedsinterview gestellt. Seinem Nachfolger Zvonimir Soldo (51) sollte das Ruder aber schon am Wörthersee gehörig aus der Hand gleiten...

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„Klar wurde trainiert, und es gab auch Testspiele. Aber das war eigentlich Alibi. Zumeist sah man die Jungs auf dem See, im See, im Dorf. Und vieles Lustige spielte sich auch im Hotel ab“, berichten unsere Reporter.

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„Ich will Weltmeister werden“ – sagte Lukas Podolski in Velden zu EXPRESS-Reporter Markus Kruecken. Fünf Jahre später wurde er es in Brasilien.

Nach fast jeder Einheit sprang die Truppe um Faryd Mondragon (48), Youssef Mohamad (39) und Co. erstmal zur Abkühlung in den See direkt neben dem Teamhotel Parks.

Ein Prost vom Rotlichtkönig

Am mittäglichen Stammtisch unweit prostete sich Rotlichtgröße und Rolls-Royce-Fahrer Helmut Süßenbacher (†68) mit einer frivolen Entourage derweil heiter zu. Dazu gab es Sonne satt.

Und der neue Coach predigte immer wieder, er sei kein Polizist – und ließ die Zügel locker. So durften die Profis auch bei Kölschsänger Micky Brühl (58) aufs Motorboot und sich vom Skipper ins Steakhaus manövrieren lassen.

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Kölschsänger Micky Brühl war den FC-Profis als Skipper und Kippen-Bruder ein Glücksgriff.

Showkampf mit Hubby

Abends im Teamhotel gab es dann eine spontan angekündigte „Boxing Night“, bei der Spaßvogel Derek Boateng (36) mit Betreuer Hubertus Neukirchen – Kampfname: „Hubby the Big“ – in einem eigens präparierten Ring auf dem Gang zum Showdown kurz vor Mitternacht antrat.

,,Wir hatten das erfahren und wollten heimlich Fotos machen. Doch es war leider zu dunkel. Und dann kam uns Trainer Soldo auch noch auf einmal draußen entgegenspaziert. Wir konnten gerade noch unerkannt über den Parkplatz abhauen und entkommen“, erinnern sich Krücken und Bopp schmunzelnd.

Wie auch an die völlig überraschende Ankunft Maniches (41).

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Chillten: Manasseh Ishiaku (l.) und Pierre ,,Netto" Wome

Seinerzeit war der Portugiese schon ein großer Transfer für den FC. Buchstäblich. Denn er hatte seinen Namen ganz bescheiden auf dem Rücken tätowiert.

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Mit dem Handy auf der Ersatzbank

Unvergessen auch, wie sich der ausgebuffte Pierre Womé (40) eine Geldstrafe einhandelte, weil er auf der Ersatzbank, drei Meter von Soldo entfernt, ungeniert während des Testspiels am Handy telefonierte.

Ein Testspiel, bei dem es Neuzugang Christopher Schorch (30) schaffte, mit Rot vom Platz zu fliegen.

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Anruf von der Ersatzbank aus: Das hatte für Pierre Womé ein Nachspiel.

Unvergessen auch, wie die heißen Kellnerinnen des Hotels schon vor Beginn des Trainingslagers für den EXPRESS beim Fototermin fast blank gezogen hatten. Die Teambetreuer tobten.

Es ging nie mehr zurück nach Velden

Zum Sportlichen: Toll wurde die Saison in der Bundesliga zwar nicht, aber zumindest stieg der FC nicht ab.

Aber die Tage von Velden blieben sicher auch den mitgereisten FC-Fans vor Ort in Erinnerung, die im Parks einen tollen Fanabend mit Gaffel zusätzlich erlebten.

Und gewiss Timo Horn, der als gerade mal 16-Jähriger hier erste Profi-Luft schnupperte: ,,Merken Sie sich den Namen“, sagte uns Ex-Manager Michael Meier (69) damals einmal am Rande eines Trainings – und sollte recht behalten.

Nur zurück an den Wörthersee kam der FC seither komischerweise nie mehr...

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